Naturschutz in Flensburg

Ein Positionspapier von Prof. Riedel

Liebe Mitglieder!

 

Ein Positionspapier zum Naturschutz in der Stadt Flensburg – wozu brauchen wir das, wie kommt es dazu? Zum Verständnis vorausgeschickt: Der Beirat für Naturschutz der Stadt Flensburg unter Vorsitz des Naturschutzbeauftragten Jürgen Uwe Maßheimer hatte in einer seiner Sitzungen am 9. Dezember 2014 Herrn Prof. Dr. Wolfgang Riedel eingeladen, aus seiner Perspektive die Naturschutzsituation der Stadt zu beurteilen. Herr Riedel, selbst NABU-Mitglied und viele Jahre im Vorstand des NABU in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, hatte 1988 zusammen mit Herrn Prof. Dr. Wilfried Janßen, Herrn Prof. Dr. Wilfried Probst, damals Naturschutzbeauftragter der Stadt, Herrn Uli Heintze, sein Nachfolger als Naturschutzbeauftragter der Stadt unter Mitarbeit vieler ehrenamtlicher Helfer und Studierender der damaligen Pädagogischen Hochschule eine UMWELTERHEBUNG erstellt, die in den darauf folgenden Jahren, die Grundlage von Landschaftsplan und Stadtumweltpolitik der Stadt Flensburg vor allem in Blick auf Schutzgebiete und Grünachsen, darstellte. Von 1994-2007 war Prof. Riedel dann Lehrstuhlinhaber für Landschaftsplanung an der Universität Rostock, behielt aber in Flensburg seinen ersten Wohnsitz und konnte die Entwicklung von Stadt und Umwelt weiter direkt beobachten. Nach seinem Vortrag bat der Beirat Herrn Riedel, doch seine Darstellungen über die offizielle Niederschrift hinaus in einem knappen Positionspapier zum Naturschutz in der Stadt Flensburg zusammenzufassen, was inzwischen geschehen ist. Wir stellen unseren Mitgliedern heute die überarbeitete Fassung vor, die auch den im Rat der Stadt vertretenen Fraktionen zugänglich gemacht worden ist, bislang ohne spürbare Beachtung. Auch dies ist ein Hinweis darauf, dass in der derzeitigen Stadtpolitik mit der Maxime angesagten Wachstums Umwelt und Naturschutz eine sehr nachrangige Rolle spielen…

 

Vor diesem Hintergrund lese man die Kapitel des Positionspapiers, für die Naturschutzarbeit des NABU, der ja immer wieder zu Stellungnahmen aufgefordert ist und sich aktiv in die Stadtumweltpolitik einbringen soll, kann dieses eine flankierende und unterstützende Hilfestellung bedeuten.

 

Der 1. Punkt behandelt kritisch die Rolle des Naturschutzes und der Mitarbeiter im Naturschutz der Stadt , zeigt steigende Arbeitsbelastung bei schwacher Personalausstattung auf und eine Unterordnung des Naturschutzes unter andere Sachgebiete, die ihn nicht mit der Stimme sprechen lassen, die geboten wäre.

 

In Punkt 2 wird dargestellt, wie der Druck auf Natur und Landschaft in Flensburg wächst und das bewährte Konzept der Grünachsen gefährdet. Es wird die Gefahr gezeigt, dass quantitatives anstelle von qualitativem Wachstum Natur und Wohnwert der Stadt gefährdet.

 

Im 3. Kapitel wird gefordert, dass die Umweltpolitik der Stadt aus einem Guss sein müsse.

 

Im 4. Kapitel wird auf die Rolle der Umweltpädagogik und Naturerziehung hingewiesen und auf die schwierige Situation in diesem Zusammenhang des Naturwissenschaftlichen Museums und des Freilandlabors.

 

Im 5. Kapitel geht es um die Schutzgebiete, bisher gibt es nur ein einziges Naturschutzgebiet im Osten der Stadt, das NSG Twedter Feld, das ist im Landesvergleich unangemessen wenig und es werden Vorschläge zu einer Bereicherung der Schutzgebietsszene gemacht.

 

Im 6. Kapitel wird die Situation von Natur und Umwelt zwischen Stadtkreis Flensburg und Landkreis Schleswig-Flensburg mit all ihren Problemen, aber auch Chancen thematisiert. Zuletzt wird diese Verzahnung von Lebensräumen und Biotopen an konkreten Beispielen dargestellt, denn Ökologie der Stadt hört nicht an der Stadtgrenze auf, sondern die Lebensräume bilden in Stadt und Landkreis vielfach eine Einheit.

 

Der Beirat für Naturschutz der Stadt Flensburg ist gewissermaßen in einer Wächterposition und berät die Stadt und hat sich hier eines sachkundigen Experten bedient, der auf der anderen Seite als Wohnbürger der Stadt die Stadtentwicklung seit über vierzig Jahren persönlich verfolgt hat.

 

Prof. Riedel ist durch seine Publikationen zum Beispiel über Landschaftswandel sowie als Herausgeber des  2016 in 3. Auflage erschienenen Fachbuches  „Landschaftsplanung“  -dem Standardwerk dieser Disziplin – ausgewiesener und anerkannter Fachmann für Naturschutzfragen.

 

Die Gruppe Flensburg des NABU hofft daher, dass  Prof. Riedels hier aufgezeigten Ideen auch wieder in die Umweltpolitik der Stadt Flensburg zurückkehren.

 

 

Dr. Rainer Niss

1. Vorsitzender des NABU Flensburg

 

 

Das Positionspapier zum Naturschutz in der Stadt Flensburg von Prof. Riedel:

Riedel_2016.pdf
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Die NABU Gruppe Flensburg betreut die Naturschutzgebiete Holnis und Twedter Feld

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