Bilder aus dem NSG Twedter Feld 2. Teil

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             (Bilder bis 2017 unter: ""Bilder NSG Twedter Feld")

 

© Rainer Niss

 

Diese Riesenschlupfwespe - sie trägt den Artnamen Dolichomitus mesocentrus - flog zu meinem Erstaunen noch im November 2021 im NSG Twedter Feld herum. Laut dem Schlupfwespenexperten Lennart Bendixen, dem ich auch die genaue Benennung der Art verdanke, ist das bei dieser Wespe aber nicht ungewöhnlich.

 

© Rainer Niss

 

Der spinnenfressende asexuelle Ascomycet (Schlauchpilz) Gibelulla leiopus, den die Teilnehmer der NABU-Pilzexkursion am 3.30.2021 im NSG Twedter Feld sahen. Man sieht 2-3 Beine der Spinne noch aus ihm hervorragen.

 

© Rainer Niss

An einer abgestorbenen Sitkafichte war  im Sommer 2021 im Waldteil des NSG diese Wespe, die ich für eine weibliche Holzwespen-Schlupfwespe (Rhyssa persuasoria) gehalten habe, zu beobachten. Diese Art ist wohl im nördlichen Schleswig- Holstein nicht so selten wie die 2019 beobachtete (40 Bilder weiter unten gezeigte) Coleocentrus excitator.

 

Auf dem oberen Foto sieht man die Holzwespen-Schlupfwespe bei einem Bohrversuch. Sie versucht ihr Ei an der Larve einer Holzwespe (daher ihr Name) zu deponieren. Wenn sie ihren Legebohrer gerade tief im Holz hat, ist sie störungsempfindlich und sicher selber auch gefährdet. Ich habe das Bild nicht aus der Nähe mit Blitzlicht und Makroobjektiv aufgenommen sondern aus 3m Abstand mit dem Teleobjektiv. Das untere Bild zeigt sie kurz vor ihrer Aktion. Sie hat wohl gerade Duftmoleküle, die ihr die Anwesenheit eines potentiellen Opfers in der Tiefe der Rinde verraten, mit ihren langen Antennen aufgenommen.

Sie selbst soll bis 3,5 cm groß werden (Bellmann, Der neue Kosmos-Insektenführer). Wie man auf dem Bild sehen kann, ist ihr Legebohrer  noch länger.

 

 © Rainer Niss

Hier hangelt sich ein Bockkäfer wie an einer Liane durch den Dschungel einer Wiese in der Nähe  eines Waldrands des NSGs im Sommer 2021. Es handelt sich um den Haarschildigen Halsbock ( Corymbia scutellata ) . Auf der sehr informativen Internetseite Kerbtier.de fand ich den Hinweis, dass dieser Käfer an Hand von Fotos nur schwer zu bestimmen sei. Deswegen habe ich meine Fotos dorthin gesandt, wobei die Experten die Bestimmung bestätigten. In Schleswig-Holstein gilt dieser Käfer als stark gefährdet (Rote Liste Klasse 2)

 

  © Rainer Niss

Diese aparte, ornamental gezeichnete Schwebfliege fand ich Ende Juni 2021 am Rand eines Wegs in das Twedter Feld auf Wiesenkerbelblüte. Nach meinen Bestimmungsbemühungen müsste es sich um ein Weibchen von    Anasimyia contracta Claussen & Torp, 1980 handeln. Einen deutschen Namen habe ich nicht gefunden. Ihr englischer Name Waisted Duckfly wäre übersetzt: Taillen-Schwebfliege. Der Anfangsteil ihres Hinterleibsbereiches ist nämlich taillenartig zusammengezogen.

 Der Namenszusatz „Claussen & Torp 1980“ weist darauf hin, dass der Flensburger Schwebfliegenforscher Claussen zusammen mit seinem dänischen Kollegen Torp diese Art 1980 erstmals beschrieben hat. Damit hat er ihr einen wichtigen Dienst geleistet. Denn laut Rote-Listen-Zentrum ist diese Art derzeit gefährdet in Deutschland. Wenn sie nicht entdeckt worden wäre könnte man dieser Gefährdung natürlich auch nicht entgegenwirken.

Im Twedter Feld kann man das ganz konkret. Ihr Lebensraum findet sich zwar hier in einem Naturschutzgebiet, derzeit wird aber immer wieder Gartenabfall fast genau dort, wo ich sie fotografiert habe, hingekippt. Dies ließe sich leicht unterbinden indem man die Zufahrt in diesen Weg mit einer Barriere versieht. Genau dafür setzt sich der NABU Flensburg ein und wird dies weiter tun.

 

 

 

 © Rainer Niss

Es ist nicht immer einfach das Ausdrucksverhalten von Vögeln

zu interpretieren. Bei dieser männlichen Goldammer im Twedter

Feld am 22.6.2021 schien mir das aber möglich. Sie hatte bis kurz vor

dem Moment der Aufnahme gesungen. Dann hörte sie einen Goldammerruf von links. Nahm sofort eine straffere Körperhaltung ein, blickte „interessiert“ nach links und flog dann auch direkt im Anschluss an die Aufnahme zu dem Ort von dem der Ruf gekommen war.

 

 © Rainer Niss

Im Juni 2021 konnte man Feld-Sandlaufkäfer (Cicindela campestris) im NSG gut beobachten (Bild oben). Sie liefen auf einer vegetationsarmen Fläche mit zahlreichen Löchern herum. Diese sind Eingänge zu Erdröhren, die seine Larven gegraben haben. Die Röhren sind fast einen halben Meter tief und wenn die Larven auf Beute lauern sieht man sie den Eingang mit ihrem Kopf und Hals verschließen (unteres der beiden Löcher).

 

Neben den Löchern der Larven fanden sich in diesem Bereich auch die Höhleneingänge von Furchenbienen (Gattung Lasioglossum, genaue Artbestimmung im Feld bei dieser Gattung meist nicht möglich). Diese wirkten recht vorsichtig (Bild 1) und schienen oft lange aus ihren Löchern Ausschau zu halten, bevor sie schnell davon flogen (Bild 2). Man konnte sich vorstellen, dass sie vielleicht Angst vor den Käfern hatten. Denn  mehrfach konnte ich beobachten wie die Käfer sich auf die Löcher der Bienen (aber manchmal auch auf die ihrer eigenen Larven) stürzten oder wie drohend neben ihnen lauerten ( Bild 3). Gemäß   der sehr schönen Seite Wildbienen.de erbeuten Sandlaufkäfer auch Solitärbienen, wobei nicht klar sei, welchen Anteil sie an ihrem Beutespektrum haben.

 

Bild 1

Bild 2

Bild 3

 © Rainer Niss

Waldbaumläufer sieht man häufiger im Twedter Feld. Hier im April 2021. Aus der Ferne sehen sie wie unauffällige, kleine, braungraue Mäuse aus. Wenn man sie aber mal von nahem betrachten kann, wirken ihre Federn schön gezeichnet und klar konturiert (Bild oben). Beim Singen (unten) erscheinen sie manchmal wenig scheu, fast furchtlos. Sie können ihren Kopf erstaunlich weit nach hinten drehen (ganz unten).

 

© Rainer Niss

Ein Zilpzalp am 26.3.2021 im NSG. Seit wenigen Tagen sieht man diese aus ihren Winterquartieren heimgekehrten Vögel nun wieder hier. Sie kommen meist etwas vor den Fitissen, die eine noch weitere Zugstrecke haben. Aus Afrika könnte aber auch dieser Zilpzalp vor kurzem angekommen sein, den zarten Flügelfedern sieht man die Strapazen des Zugs nicht an.

 © Rainer Niss

 

Ein geschwächt und hungrig wirkenden Graureiher im NSG Twedter Feld am 16.2.2021.

 

In einem Winter vor mehreren Jahren fand ich dort schon einmal einen ähn-

 

lich wirkenden Graureiher, der wenig später starb. Die Mühlenbek verläuft in diesem Bereich des Naturschutzgebiets nach wie vor auf längere Strecke verrohrt, also unnatürlich, obwohl der NABU Flensburg mehrfach Anstrengungen selbst unternommen und angeregt hat, dies zu ändern. Durch den unnatürlichen Verlauf bleiben Teile des Baches vielleicht länger eisfrei, bieten andererseits aber eventuell auch zu wenig Nahrung für einen hungrigen Reiher. Ein naturgemäßer Verlauf müsste nach Meinung des NABU weiter angestrebt werden. Vielleicht wäre das ja ein kleiner Beitrag, um den Graureihern im Gebiet über den Winter zu helfen.

 

© Ursula Niss

Am 15.2.2021 fand Ursula Niss diese Rupfung einer Waldschnepfe im Twedter Feld.

 

Hier sitzt eine Heckenbraunelle am 16.9.2020 auf einem Weißdornbusch in der Morgensonne im Twedter Feld und scheint sich angesichts der Vielzahl der Früchte nicht so recht für eine bestimmte entscheiden zu können.

Bei der Eiablage Mitte September 2020 an einem Tümpel im Twedter Feld  führte das Männchen der Großen Heidelibelle (sowohl im unteren als im oberen Bild vorn) das Weibchen zwischen Binsen und anderen Pflanzen hindurch (oberes Bild) und mehrfach rund um den ganzen Tümpel herum (unteres Bild).

 

© Rainer Niss

Diese Goldwespe (am 15.9.2020 im NSG Twedter Feld) scheint hier in einem alten Zaunpfahl wohl eine Chance zu wittern. Goldwespen sind Parasiten, ihre Opfer meist andere Wespen.

 

© Rainer Niss

Dieses Mauswiesel tauchte Anfang Mai 2020 im Naturschutzgebiet unvermittelt vor mir aus einem mutmaßlichen Mäuseloch auf - ich habe es also nicht gelockt, was laut Literatur möglich ist -betrachtete mich und verschwand dann wieder im Mäuseloch (unteres Bild). Da es im Gegensatz zu den meisten Bundesländern in Schleswig-Holstein gejagt werden darf ist Vorsicht auch geboten.

 

© Rainer Niss

Auch die Einbeere (hier im Mai 2020 im Naturschutzgebiet) mag wie der Löwenzahn nährstoffreiche Böden, gilt aber im Norden Deutschlands als schutzbedürftig und ist somit im Twedter Feld  richtig untergebracht. Wenn sich im April oder Mai ihre Blütenknospe (oben) entfaltet wird die aparte Blüte (darunter) sichtbar, die besonders über die Staubblätter und den Fruchtknoten ihre optische Wirkung entfaltet.

 

Das Naturschutzgebiet im Mai 2020  von der Nordstraße her gesehen. Eine leicht getrübte Idylle. Autohaus (links) und vor allem Wohnbebauung (Mitte) reichen ohne Pufferzone bis unmittelbar an die Naturschutzgebietsgrenze heran. Man erkennt ferner einen Entwässerungsschacht und reiche Löwenzahnblüte als Folge ebenso reicher Güllegaben. Während solche Löwenzahnwiesen früher als Symbolbilder für Überdüngung und übermäßige Intensivierung in der Landwirtschaft galten, geht es heute noch schlimmer: reine Weidelgraswiesen ganz ohne Blüten gibt es auch zunehmend. Auch das gilt als sogenannte „ordnungsgemäße Landwirtschaft“ und ließe sich im Twedter Feld wohl auch nicht verhindern.

 

 © Rainer Niss

Vierfleck-Zartspinne (Anyphaena accentuata) im Twedter Feld  im Februar 2020.  Diese nicht seltene Spinnenart lässt sich im Winter leichter als im Sommer beobachten. Im Sommer versteckt sie sich am Tage zwischen zusammengesponnenen Blättern. (H. Bellmann:Der Kosmos Spinnenführer). Im Winter kann man sie sehen, wenn man vorsichtig unter die Rinde von Totholzbäumen schaut; behutsam natürlich, denn sonst macht man die Tiere unter der Rinde ja obdachlos.Auf Grund ihrer 4, in etwa dreieckigen Flecken am Hinterleib gilt die Spinne als leicht ansprechbar Die am rechten Rand erkennbaren kugeligen Gebilde sind Fruchtkörper eines Schleimpilzes.

 

© Rainer Niss

Dieser Bergfink im Twedter Feld im Dezember 2019 verspeist gerade eine Buchecker.

 

  © Rainer Niss

 

Bei der Reinigung der Fledermauskästen im Twedter Feld am 7.9.2019 haben wir auf Grund von Messungen und Fotos die obere Fledermaus für eine Mückenfledermaus gehalten, die untere für eine Rauhautfledermaus.

Dieses Jahr waren besonders viel Mäuse auch in zum Teil über 4 m hoch aufgehängten Fledermauskästen zu finden. Die Mäuse hatten anscheinend recht viel Blattstreu in die Kästen eingetragen, müssen die Stämme also  emsig rauf und runter gelaufen sein.

 

© Rainer Niss

Die Skorpionsfliege (hier im August 2019 im Twedter Feld) stiehlt ihre Beute nicht selten aus Spinnennetzen, so liest man es in manchen Insektenbüchern.

 

 Das winzige Gehirn der Skorpionsfliege dürfte aber wohl kaum in de Lage sein zu erkennen, dass die Spinne Eigentumsrechte besitzt.

 

Wenn man ins Bedeutsam-Allgemeine schweifen will, könnte man sagen, warum denn auch, das 10 000fach größere Gehirn der meisten Menschen reicht auch nicht dazu aus wirklich einzusehen, dass auch nichtmenschliche Wesen Recht auf Lebensraum auf diesem Planeten haben.

 

 Im vorliegend fotografierten Fall setzte sich nach längerem Geplänkel die Skorpionsfliege jedenfalls klar gegen die Spinne durch.

 

© Rainer Niss

Zufällig geriet mir dieser Waldkauzästling Mitte Mai 2019 im Twedter Feld vor das Teleobjektiv. Ich habe nur kurz das Bild aufgenommen und mich dann natürlich zurückgezogen, weil man ja sonst die betreuenden Altvögel unter Umständen vergrämen könnte.

 

© Rainer Niss

Rebhühner kann man nur recht selten im Twedter Feld sehen. Im Mai 2019 gelang es mir aber einmal wieder sie hier zu fotografieren.

 

© Rainer Niss

Im Frühling wählt der Zaunkönig die Spitzen hoher Totholzstämme um seinen Reviergesang weithin vernehmlich zu machen.

 

 

I© Rainer Nissm März 2019 blühten die Kirschpflaumen im Twedter Feld recht  früh auf. Der Dompfaff hier frass die Knospen ihrer Blätter.

© Rainer Niss

Ein Ziegelroter Schwefelkopf (Hypholoma lateritium) hat sich hier mit seinen Fruchtkörpern im Januar 2019 im Twedter Feld trotz Frost und Schnee aus einem Totholzstamm herausgetraut. Man kann diesen Pilz im NSG etwa von August bis Januar finden.

 

© Rainer Niss

Der veränderliche Spaltporling (Abortiporus biennis,Bild oben) trägt seinen deutschen Namen zu recht. Er ist sehr vielgestaltig und wuchs im Twedter Feld im Oktober 2018  am Grunde einer alten kranken Esche.

© Rainer Niss

Er wird auch als Rötender Saftwirrling bezeichnet, das bezieht sich auf die labyrinthisch angeordneten Poren auf seiner Unterseite (Bild oben, circa 10 x vergrößert).

Pilze stellen natürlich auch Lebensräume dar zum Beispiel für den Springschwanz, der sich in diesem Labyrinth befand (circa 50 x vergrößert, unteres Bild).

 

© Rainer Niss

Auch das Pilzdasein hat seine Schwierigkeiten. Aus der Erde ist dieser Häubling (Galerina clavata, der Großsporige Grasland-Häubling)  am Rande eines Teiches im Twedter Feld noch gut herausgekommen. Sein Drang ans Licht zu den anderen, (der Pilz wächst oft g