Diskussion

Für diese Rubrik sind Meinungsäußerungen zum Thema Natur und  Naturschutz im Großraum Flensburg willkommen. Diese bitte über den Punkt "Kontakt" (links) an

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schicken. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht. Die eventuell abgedruckten Beiträge müssen ggf. keineswegs die Meinung des Vorstands der NABU-Gruppe Flensburg wiedergeben, der auch keine Verantwortung für sie übernimmt.

 


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 # 22 (14.11.2019)

Sehr geehrte Damen und Herren,
gerne möchte ich auf eine irreale Situation
bezüglich Naturschutz aufmerksam machen, 
wobei die Stadt Flensburg sich mal wieder über alle Auflagen hinwegsetzt, wenn es ihr eben passt. Situation Neubaugebiet Sol-Lie/Landschaftspark Drosselweg, FL Der Bauträger bekam zur Auflage, dass der Park, der Bachlauf, der Baumbestand zu erhalten ist. Dies wurde
beispielhaft umgesetzt ( Fa. Helbig-Bau Hr. Janisch). Kurze Zeit später hat die Stadt den Neubau der ggb. liegenden Comenius-Schule gestartet und den Bachlauf nun in
die Kanalisation verlegt. Die Stadt macht Auflagen im Sinne der Erhaltung der Natur und
konterkariert diese wenn‘s ihr in den Kram passt. Mit freundlichen Grüßen Ulrich Ackermann

# 21

Derzeit (Februar 2019) ist im Christiansenpark durch die Planung der Stadt ein Naturdenkmal gefährdet, der NABU nimmt hierzu Stellung:

NABU Schleswig-Holstein • Färberstraße 51 • 24534 Neumünster

Stadt Flensburg

83. Änderung des Flächennutzungsplanes, 44. Änderung des

Landschaftsplanes und Bebauungsplan Nr. 292 „Katharinen Hospiz"

Beteiligung gem. 5 4 Abs. 2 BauGB und Benachrichtigung über die öffentliche Auslegung gem. 5 3 Abs. 2 BauGB

Sehr geehrter Herr B,

der NABU Schleswig-Holstein bedankt sich für die zugeschickten Unterlagen. Der NABU gibt zu dem o.a. Vorhaben - nach Rücksprache mit seinen örtlichen Bearbeiterinnen und Bearbeitern - die nachfolgende Stellungnahme ab. Diese gilt zugleich für den NABU Flensburg. 

Das Katharinen Hospiz ist für viele Flensburger zu einem für sie sehr wichtigen Ort geworden und kann es für jeden Flensburger werden. Deswegen ist es aus Sicht des NABU sehr bedauerlich, dass es durch die hier vorliegende Planung in eine unseres Erachtens völlig unnötige Konfliktkonstellation mit dem Naturschutz in einem der für Flensburg wichtigsten Grünareale - dem Christiansenpark - gebracht wird.

Auf Seite 22 der Beschlussvorlage wird Folgendes ausgeführt: „Die Erweiterung des Hospiz-und Pal/iativzentrums am Standort Katharinen Hospiz am Park bedeutetjedoch einen Eingriffin ein Naturdenkma/, so dass der Eingriffin die Natur den fehlenden Kriterien derStandorte Westera//ee Nord, Sünderup-Hofund Fruer/undhof, die nach Einschätzung der Träger/Hospiz/eitung für ein Hospiz-und Palliativzentrum essenziell sind, gegenübersteht. "

 

Gemäß Seite 23 der Beschlussvorlage ist der Nachweis, dass der Eingriff nur an diesem Standort erfolgen kann, gegeben.

Die Gründe dafür, warum die Bewertungsverfahren einen anderen Standort für die Hospizerweiterung nicht haben ausfindig machen können, werden zum Beispiel auf Seite 10 (der Begründung) kurz zusammengefasst: demnach sind es bei 3 der in Erwägung gezogenen Standorte letztlich die Bedenken des Trägers, die zur Entscheidung gegen diese

Alternativstandorte geführt haben.

Hier stellt sich die Frage, ob diese Alternativplanung dann überhaupt noch mehr als Feigenblattfunktion hat, wenn die eigentliche Entscheidung über die erwogenen Alternativen letztlich doch beim Träger liegt, der von vornherein den Ausbau am bisherigen Standort favorisiert hat? Und wer bei der Planung eigentlich Entscheidungsmacht und Verantwortung hat, die Stadtplanung oder der Träger?

Ob diese Art der Standortabwägung den rechtlichen Anforderungen wirklich entspricht, erscheint uns fragwürdig.

Auf Seite 3 der Beschlussvorlagen heißt es hinsichtlich der Standortfaktoren für einen potentiellen Hospiz Standort durchaus überzeugend:

„Zu diesen Kriterien zählt unter anderem die Nähe zur Natur (Parks, Waldf/ächen oder Wiesen), da die Nähe zur ruhigen Natur und Stille insbesondere in der letzten Lebensphase für viele Menschen von großer Bedeutung ist. "

Auf Seite 5 der Begründung dann:

„ Die bestehende Villa soll künftigzur Unterbringung der notwendigen Büros undSeminar- und Veranstaltungsräume dienen. Diese Nutzungen  stehen im Zusammenhang mit derHospiz- und Palliativbetreuung undsind für das Konzept des Hospiz- und Pal/iativzentrums essentiell. '

Speziell diese letztgenannten Nutzungen - dieser Einwand drängt sich dem Außenstehendem auf - erfordern aber nicht unbedingt Naturnähe und damit dann auch Aufhebung von Naturschutzmaßnahmen. Die für die Sterbenden erforderlich gehaltene Stille würde durch eine räumliche Trennung dieser Nutzung von den Hospizbetten eventuell sogar gefördert werden. 

Hinsichtlich der Standortentscheidung werden also letztlich diverse funktionale Gesichtspunkte und der Wille des Trägers dem Gesichtspunkt Erhaltung des Naturdenkmals übergeordnet.

 

Auf Seite 24 heißt es: „zudem besteht durch die Erweiterung des Katharinen Hospiz am Park am Standort Christiansenpark die Möglichkeit für den Park die Nutzungsmöglichkeiten zu optimieren... "

Aus naturschutzfachlicher Sicht ist aber die Erhaltung des Baumbestandes wichtiger als die Nutzungsoptimierung des Parks.

 

Auf derselben Seite wird die Aussage getroffen: „Essenzial ist jedoch, dass der Eingriffin den Baumbestandso gering wie möglich ausfällt. " Dass dieser Wille zum Schutz der Bäume in den Unterlagen immer wieder bekundet wird ist sicher erfreulich. Aber auch wenn er sich (Seite 37 des Entwurfs der Begründung) sogar in der Form eines städtebaulichen Vertrags niederschlägt, ändert dies nichts daran, dass die Überbauung von mehr als 1000 Quadratmetern den alten Baumbestand wahrscheinlich weitergehend schädigen wird als man das der Zahl von „nur" etwa 10 überplanten Bäumen entnehmen würde.

 

Unter diesen findet sich ein alte Lärche (siehe unten), die schon 1845 gepflanzt wurde und zu den ältesten Bäumen im Park gehört. Flächenversiegelndes Bauen in diesem Bereich ist Bauen gegen den Naturschutz.

Auf Seite 3 der Anlage 3 (Stand 21.9.2018) der Beschlussvorlage ist zu lesen:  zur Vermeidunggroßer Eingriffe in den Baumbestand wurde weiterhin auf eine geplante Erweiterung derStellplatzf/äche verzichtet. '

Auf Seite 3 der „Speziellen" artenschutzrechtlichen Prüfung zum

Bebauungsplan Nr. 292 ist zu lesen, dass durch den Bau 9 Bäume überplant werden und voraussichtlich auch eine weitere zentral gelegene Linde.

Außerdem steht dort:

„ Durch die Planung einer neuen Zufahrt sowie Parkplätze werden im Nordwesten des Plangebietes weitere 8 Bäume überplant"(Stand

7.11.2018).

Gemäß Seite 12 der Begründung des Bebauungsplanes (Stand 19.12.2018) sollen die Stellplätze nicht realisiert werden. Die Unterlagen sind aber in dieser Hinsicht recht verwirrend gestaltet, weil Stellplätze auf die Stand 21.9.2018 - schon verzichtet wurde, nun mit Stand 7.11.2018 dann wieder auftauchen. Insgesamt wäre - nicht nur aus naturschutzfachlicher Sicht - der Verzicht auf diese Stellplätze dringend angeraten.

 Fachgutachten/Artenschutzrechtliche Prüfung:

Das Fachgutachten zur artenschutzrechtlichen Prüfung ist in Bezug auf die Untersuchungen zu den Fledermäusen von insgesamt guter Qualität. Das ist leider nur bei den wenigsten (Fach-) Gutachten zur Artengruppe Fledermäuse festzustellen. Die potenziell als Quartier infrage kommenden Bäume und Gebäude sind gründlich, und mit einem angemessenen 

Methodenmix untersucht worden. So fanden Gebäudebegehungen und

Untersuchungen der Dachböden statt. Und auch Detektorbegehungen zur Lokalisation von Ein- und Ausflügen an den Gebäuden und von 

Schwarmaktivitäten, unterstützt von Horchbox-Einsätzen.

Im Ergebnis wurden im Plangeltungsbereich insgesamt 9 Fledermausarten (!) sicher nachgewiesen. Darunter die Teichfledermaus (eine Art der Kategorie 2 der Roten Liste).

Es scheint sich hier also, wie es gerade auch der Nachweis der Teichfledermaus unterstreicht, um ein für Fledermäuse bedeutsames Biotop zu handeln.

In dem Gutachten findet sich ein gravierender Punkt, der unbedingt angesprochen werden muss:

Die Einschätzung des Gutachters, dass das Nebengebäude keine Funktion als Winterquartier aufweist und lediglich die Funktion als Zwischenquartier nicht ausgeschlossen werden kann, kann so nicht geteilt werden.

Zur Überprüfung der Eignung des Gebäudes als Winterquartier sind zwei Detektorbegehungen am 21.08.2018 und am 05.09.2018 durchgeführt worden. Um die Nutzung des Nebengebäudes als Winterquartier sicher ausschließen zu können, sind die Untersuchungsnächte eindeutig zu früh gewählt worden, bzw. es hätten sich weitere Untersuchungen im Herbst anschließen müssen.

Gerade von Fledermäusen der Gattung Pipistrellus (Zwerg- und

Mückenfledermäuse), ist bekannt, dass diese ihre Winterquartiere teilweise erst kurz vor Eintritt der ersten stärkeren Frostperiode aufsuchen. So können bei geeigneten Wetterlagen im November, und manchmal auch noch Anfang Dezember, immer noch jagende Zwerg- oder

Mückenfledermäuse beobachtet werden. In dieser Zeit sind die Tiere z. T. immer noch in ihren Zwischenquartieren, oder gerade bei der  Mückenfledermaus, auch noch in den Gebäuden mit den

Wochenstubenquartieren. Diese Quartiere liegen u. U. auch in größerer Entfernung zum Winterquartier.

Aussagekräftige Daten zur Winterquartiernutzung lassen sich zuverlässig erst im Herbst/ Spätherbst an den potenziellen Quartierstandorten ermitteln (Schwarmverhalten). Nicht aber schon im Sommer / Spätsommer.

Die bei den beiden Begehungen am 21.08.18 und 05.09.18 festgestellten hohen Anzahlen von Pipistrellus-Kontakten (> 500) sind weniger auf ein vom Gutachter vermutetes Winterquartier in der unmittelbaren Umgebung zum Plangebiet zurückzuführen, sondern eher darauf, dass sich zu dem Zeitpunkt der Begehungen im August die Wochenstubenquartiere aufgelöst haben und die in dem Jahr geborenen Jungtiere dann aktiv an den Flugund Jagdaktivitäten beteiligt sind.

 

Daher halten wir es für erforderlich, hier eine Nachuntersuchung in Bezug auf die Feststellung zur Nutzung oder Nichtnutzung des Nebengebäudes als Winterquartier vorzunehmen. Keinesfalls darf das Gebäude jedoch

während der Wintermonate abgerissen werden, da von einem potentiellen Winterquartierstandort ausgegangen werden muss.

Eine Nutzung der überplanten Bäume als Quartier wird vom Gutachter ausgeschlossen.

Ob jedoch in der Nähe des Plangeltungsbereiches befindliche mögliche Höhlenbäume durch das Vorhaben tatsächlich unbeeinflusst bleiben, erscheint uns fraglich. - Eine große Linde (Tilia x vulgaris, Holländische  Linde, 1845 gepflanzt), die nur knapp 10 m vom Baufeld entfernt steht, weist zum Beispiel ungemein zahlreiche Schlupfwinkel, Löcher und Spalten auf. Dieser Baum ist durch die Bautätigkeiten sicher gefährdet, und es wäre wichtig gewesen festzustellen, ob hier Fledermausquartiere vorliegen. Die Bautätigkeit als solche wie auch die dann hierbei erforderlich werdenden Baumschutzmaßnahmen, z.B. die Anbringung von Verschalungen gegen mechanische Schädigungen durch Baufahrzeuge, können hier u.E.

Fledermäuse beeinträchtigen oder evtl. sogar schädigen.

Auch hinsichtlich der großen oben schon erwähnten Lärche (Larix decidua, Europäische Lärche, gepflanzt 1845), die dem Bau zum Opfer fallen soll, ist es zumindest vom Boden aus nicht sicher zu erkennen, ob wirklich keine Fledermausquartiere im Bereich dieses Baumes vorliegen. Schon an einem der unteren Äste kann man stammnah aufgeplatzte Rindenteile erkennen. Auf Seite 38 der Begründung werden diesem Baum Vorschäden attestiert, die aber nicht näher spezifiziert werden.

Auf Seite 10 (Spezielle Artenschutzrechtliche Prüfung) werden die Daten hinsichtlich der Amphibiennachweise als deutlich veraltet bezeichnet. Dem ist zuzustimmen. Trotzdem heißt es dann auf Seite 14: „Da keine  Nach weise in der Umgebung bekannt sind undzudem die Habitatqua/ität nicht fürAnhang /VArten [unter den Amphibien]geeignet ist, wird ein Vorkommen im mange/tungsbereich ausgeschlossen.

Aus Naturschutzsicht richtig ist der Satz auf Seite 32 der Begründung:

"Es treten erhebliche anlagenbedingteAuswirkungen auf, da ein Teil des Naturdenkma/s überp/ant wird. Für die Planung müssen 9 Bäume gefällt werden, wodurch das Landschaftsbild verändert wird. '

Auch wird auf Seite 33 der Begründung korrekt ausgeführt, dass der betroffene Baumbestand einen ähnlichen Status wie ein Naturschutzgebiet hat.

Dies alles verdeutlicht ebenso die Radikalität der geplanten Maßnahmen wie die Aussage auf Seite 5 der Begründung, dass es sich planungsrechtlich im vorliegenden Fall um einen Außenbereich im Innenbereich handelt. Daher ist die Erweiterung des Hospiz nur mittels der Änderung des Flächennutzungsplans und des Landschaftsplanes möglich.

Auf Grund des großen Erfolgs der Hospizbewegung und ihrer Bedeutung sowie auf Grund des Wachstums der Stadt Flensburg und der zunehmenden Zahl älterer Menschen werden weitere Hospizbetten sehr wahrscheinlich ohnehin notwendig werden und ein Standort für diese außerhalb des Christiansen Parks somit auch.

Es sei denn, das Versprechen auf Seite 24 der Beschlussvorlage: „ weitere Erweiterungen an dem bisherigen Standort kommt nicht in Fragé' würde gebrochen werden. Wirklich verlässliche Absicherungen dieses Versprechens ergeben sich für uns aus den Unterlagen nicht.

Es drängt sich also die Frage auf, ob nicht gleich etwas weiter in die Zukunft  gesehen werden und zukunftssicher geplant werden sollte. Also an einem anderen Standort unter Verzicht auf die hier geplante Inanspruchnahme des Christinansen Parks.

Der NABU hat in seiner Stellungnahme vom 24.1.2018 bereits geschrieben: „Christiansenpark, Museumsberg und Alter Friedhof bilden . . . eine Einheit! Diese Einheit durch Neubauten zu sprengen oder zu gefährden erscheint uns nicht nur unter garten- und kulturhistorischen Gesichtspunkten falsch, sondern ebenso unter den Gesichtspunkten des Naturerlebens, der Stadtökologie und auch des Naturschutzes."

Die Planungen in der gegenwärtigen Form lehnt der NABU ab, ausdrücklich ohne die geringste Absicht, die große Bedeutsamkeit der Hospizarbeit und Palliativmedizin für Flensburg in irgendeiner Weise in Abrede stellen zu wollen.

Der NABU behält sich Ergänzungen seiner Stellungnahme vor.

Der NABU bittet um Rückäußerung, wie über seine Stellungnahme befunden wurde, sowie um weitere Beteiligung am Verfahren. 

Mit freundlichem Gruß

Angelika Krützfeldt

NABU Schleswig-Holstein

 

 

 

 #20

Direkt betroffen von der Krankenhausplanung im Bereich Peelwatt sind nur wenige Flensburger Bürger, vor allem Kleingärtner. Viele Flensburger werden den Neubau des Krankenhauses hier vielleicht einfach als von der Sache her notwendig empfinden.

 Die Planung auch in diesem Bereich ist aber auch ein Beispiel dafür, wie die Notwendigkeit Grünbereiche und Landschaftsachsen in Flensburg zu erhalten (siehe Positionspapier von Prof. Riedel) nach wie vor nicht ausreichend Berücksichtigung findet.

Nachfolgend die Stellungnahme des NABU-Landesverbandes zur Bauplanung im Bereich Peelwatt.

NABU Schleswig-Holstein • Färberstraße 51 • 24534 Neumünster

Ihr Zeichen                                                             Ihr Schreiben vom19.09.2018

87. Änderung des Flächennutzungsplanes, 50. Änderung des

Landschaftsplanes und Bebauungsplan Nr. 305 „Zentralkrankenhaus Flensburg / Peelwatt"Beteiligung gem. 5 4 Abs. 2 BauGB und Benachrichtigung über die öffentliche Auslegung gem. 5 3 Abs. 2 BauGB

Sehr geehrter Herr ..,der NABU Schleswig-Holstein bedankt sich für die zugeschickten Unterlagen. Der NABU gibt zu dem o.a. Vorhaben - nach Rücksprache mit seinen örtlichen Bearbeitern - die nachfolgende Stellungnahme ab. Diese gilt zugleich für den NABU Flensburg.Gemäß Seite 20 der Begründung des Flächennutzungsplans werden die Kleingartenanlagen von 7,1 ha auf 1,9 ha reduziert. Die Größe der Parzellen wird dabei deutlich kleiner, so dass aus unserer Sicht der Naturschutzwert der Kleingärten vermindert wird.Laut Seite 27 werden Maßnahmenflächen, die Ausgleichsflächen für das Gewerbegebiet Peelwatt darstellen, mit Sonderbauflächen überplant. Diese Flächen hat der Naturschutzbeirat der Stadt Flensburg so charakterisiert:

       
       
 

„Im nördlichen Bereich des rechtskräftigen B-Plans 179 sind Ausgleichsflächen festgelegt. Diese Flächen sind aus der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung genommen und konnten eine entsprechende
 
   

vielfältige Vegetation ausbilden. Sie haben eine hohe Bedeutung für Offenlandarten."

Aus Naturschutzsicht ist es sehr bedauerlich, dass entgegen der ursprünglichen Planung solche, zum Teil langjährig bestehende

Ausgleichsflächen, überbaut werden müssen. Dazu wird weiter unten noch Stellung genommen.

Auf Seite 30 wird behauptet: „Insbesondere aufgrund der hohen Lärmbelastung ist dem Gebiet nur eine geringe Bedeutung für die landschaftsgebundene Erholung zuzuordnen, mit Ausnahme der vorhandenen Kleingartenanlagen, welche von hoher Bedeutung sind." Hierzu ist anzumerken, dass im Bereich des als Rad- oder Fußweg nutzbaren Weges parallel der Bahn die Lärmbelastung nicht sonderlich hoch ist und durchaus eine Bedeutung hinsichtlich der landschaftsgebundenen Erholung anzunehmen ist.

Zu Recht heißt es dann auch auf Seite 31 unter dem Punkt „Erholen":

„Durch die Flächennutzungsplanänderung wird ein noch recht naturnaher Bereich innerhalb des Stadtgebiets in erheblichem Umfang baulich überprägt . . ."

Ebenfalls richtig aus unserer Sicht auf derselben Seite: „Aufgrund der erheblichen baulichen Überprägung des noch naturnahen Landschaftsraums... werden die nachteiligen Auswirkungen auf die

 
   

Erholung als hoch eingestuft."

Auf Seite 38 findet sich die Aussage: „Die Brutvogelarten des Plangebietes sind unspezifisch und in der Kulturlandschaft weit verbreitet." Hinsichtlich des im Planungsbereich nachgewiesenen Rebhuhns trifft diese Aussage nicht zu.

Auf Seite 42 wird optimistisch verhießen: "Dank der Neugestaltung der Freiflächen und der Ein- und Durchgrünung des Plangebietes ist anlageund betriebsbedingt insgesamt nicht mit dauerhaft hohen nachteiligen Auswirkungen auf das Schutzgebiet Landschaft zu rechnen."

Zentralkrankenhäuser in der Peripherie von Städten liegen nicht selten als gigantomanische Betonklötze, die in der Dunkelheit weitreichende Lichtfluten verbreiten, in der Landschaft. Dass dies im Bereich Peelwatt anders sein wird, erschließt sich dem NABU aus der bisherigen Planung nicht.

Zum Bebauungsplan Nr. 305 (Entwurf der Begründung mit Entwurf des Umweltberichtes)Seite 59 folgend wird der Bestand europäischer Vogelarten im

Plangeltungsbereich aufgezeigt. Es wurden 65 Vogelarten nachgewiesen, davon seien 48 Arten Brutvögel nach Meinung der Untersucher. Fazit ist dann auf Seite 61: „der Plangeltungsbereich ist sehr artenreich besiedelt". Möglicherweise wurde das Ausmaß des Artenreichtums vielleicht sogar noch unterschätzt. Denn bei einer Begehung eines Großteils des

Planungsbereiches durch 2 Mitglieder des NABU Flensburg am 20.4.2018 ließen sich insgesamt an diesem Tag innerhalb von nur etwa 4 Stunden 62 Vogelarten (die Ergebnisse wurden bei ornitho.de eingestellt) finden. Es gibt nicht viele Bereiche in Flensburg, wo man derart viele Vogelarten innerhalb so kurzer Zeit nachweisen kann.

Bei dieser Begehung fanden sich im Bereich der Ausgleichsfläche, die überbaut werden soll, Bekassinen und Waldwasserläufer, singende Feldlerchen und Wiesenpieper. Bei den Waldwasserläufern dürfte es sich um durchziehende Vögel gehandelt haben, bei den Bekassinen ergab sich aber ein gewisser Brutverdacht. Das Gelände würde hierfür auch geeignet sein.

Dies unterstützt die weiter unten ausgeführte Argumentation des NABU, dass diese langjährig bestehenden Ausgleichsflächen nicht im Verhältnis 1:1 sondern höherwertig ausgeglichen werden müssten.

Auf Seite 64 wird ausgeführt, dass für Feldlerche und Rebhuhn im Bereich des Ökokontos eine CEF-Maßnahme für den Verlust des Lebensraums vorgesehen ist.

"Insgesamt ist anlagebedingt unter Berücksichtigung der Festsetzung mit mittleren nachteiligen Auswirkungen auf die Fauna zu rechnen" heißt es auf Seite 64 und - 2 Absätze danach - auf derselben Seite:

 
   

„Im Hinblick auf das Schutzgut Tiere kommt es anlagebedingt durch die Flächen- und Biotopverluste zu hohen nachteiligen Auswirkungen." Diese beiden Sätze dicht hintereinander führen zu Irritationen.

Hinsichtlich des Rebhuhns ist sicher unglücklich, dass die neuen Kleingartenflächen in die Freifläche südlich der Kleingartenanlage und nördlich des Regenrückhaltebeckens des Gewerbegebiets verlegt werden sollen.

Bei einer von 2 Mitgliedern des NABU Flensburg durchgeführten Begehung am 15.4.2018 fanden sich genau in diesem Bereich Rebhühner. Dies soll auch nach Angaben der Kleingärtner häufiger der Fall sein. Die Rebhühner sollen sich nach Angaben der Kleingärtner auch häufiger in ihren Parzellen aufhalten. Da diese verkleinert werden, werden auch so die

Lebensbedingungen für diese stark gefährdete Vogelart verschlechtert. Nach Seite 66 handelt es sich bei der Anlage neuer Amphibiengewässer für den Moorfrosch und der Umsiedlung von Laich und Adulten (CEFMaßnahme) und der Entwicklung von Ersatzlebensräumen für Rebhuhn und Feldlerche im Bereich des Ökokontos Peelwatt um vorgezogene Maßnahmen. Das ist aus Naturschutzsicht in diesem Fall auch sicher erforderlich.

Aus Naturschutzsicht ist es auch zu begrüßen, wenn es auf Seite 76/77 heißt: "Zur Vermeidung der Störung lichtempfindlicher Tiere (Vögel, Fledermäuse, nachtaktive Insekten) sind für die Außenbeleuchtung insektenfreundliche Leuchtmittel mit geringst möglicher Störwirkung zu verwenden, wie zum Beispiel LED-Leuchten mit gelblichem Licht und bis zu 3000 K Lichttemperatur".

 

Ohne wirkungsvolle Eingrünung bleibt aber die oben aufgeführte Negativvision eines weit in die Nacht hineinstrahlenden riesigen Betonklotzes nicht unrealistisch.

Auf Seite 81 findet sich zu den CEF-Maßnahmen für Feldlerche und Rebhuhn Folgendes:

„Es sind im Bereich des Ökokontos Peelwatt Randstreifen für den Verlust der Offenlandhabitate geschaffen werden [sic]". Gemeint ist wahrscheinlich, dass diese Offenlandhabitate geschaffen werden sollen. Angesichts der besonderen Gefährdung des Rebhuhns und der Feldlerche (letztere wird aktuell auch durch die Bebauung im Bereich der angrenzenden Gewerbegebietsflächen beeinträchtigt) wäre hier eine detailliertere Aufstellung, in welchem Ausmaß Lebensräume verloren gehen und in welchem Ausmaß sie neu geschaffen werden können, wünschenswert gewesen.

Seite 82 führt als an der Planstraße A anzupflanzende Bäume Zerr-Eichen und Robinien auf. Die Wahl nicht standortheimischer Baumarten verträgt sich schlecht mit der Intention nahegelegene Flächen ökologisch wertvoll zu entwickeln.

 
   

In seiner Stellungnahme bezüglich

„ 87. Änderung des Flächennutzungsplanes, 50. Änderung des

Landschaftsp/anes und Bebauungsplan „Zentralkrankenhaus

Flensburg/Peelwatt" (Nummer305)

Frühzeitige Beteiligung und Unterrichtunggemäß 54 Abs. 1 BauGB und

AufforderungzurAbgabe einerStellungnahme über den erforderlichen Umfang und Detaillierungsgrad der Umweltprüfung nach 52Abs. 4' vom

23.05.2018 hat der NABU-Landesverband hinsichtlich des Bebauens von Ausgleichflächen im Bereich Peelwatt bereits ausgeführt:

,Der Krankenhausneubau selbst muss ausgeglichen werden, der Verlust bisheriger Ausgleichsflächen muss ausgeglichen werden und es sind wohl auch noch nicht alle Punkte im Bereich Peelwatt erbracht, die zum Ausgleich anderweitiger Planungen in Flensburg (zum Beispiel Bebauung des Randbereichs des Twedter Felds Wohnanlage Osterlücke ebenfalls auf einer alten Ausgleichsfläche) erforderlich sind."

Auch der Ausgleich für die nahegelegenen Gewerbeflächen ist wohl noch nicht erfolgt. Diese komplexe Sachlage wird in den vorliegenden Unterlagen nicht ausreichend in ihrer Problematik dargestellt.

Dem „EntwurfderBegründungmit Entwurfdes Umweltberichte" ist auf Seite 46 zu entnehmen, dass gemäß der Neuaufstellung des B-Planes 305 im derzeit gültigen B-Plan 179 festgesetzte Ausgleichsflächen (Ml bis M4) in Anspruch genommen werden. Ein Teil der festgesetzten Ausgleichsflächen würde erhalten bleiben.

Auf Seite 57 desselben Entwurfs wird unten ausgeführt, dass 16.886 m 2 +1548 m (Knick) gesetzlich geschützte Biotope und damit mit besonderer Bedeutung für den Naturschutz verloren gehen.

Laut Seite 82 gehen die im Rahmen des B-Plans 179 festgesetzten Maßnahmenflächen Ml-M4 verloren und sollen nur im Verhältnis 1:1 ausgeglichen werden.

Da diese Maßnahmen zum Teil schon längere Zeit bestehen, ist hier aus Naturschutzsicht ein anderes, höheres Ausgleichsverhältnis anzustreben. In seiner weiter oben schon zitierten Stellungnahme hatte der NABULandesverband Folgendes ausgeführt.

„AufSeite 19 findet sich: „ /m nördlichen Bereich des rechtskräftigen BPlans 179 sindAusgleichsf/ächen festgelegt. Diese Flächen sind aus der intensiven landwirtschaftlichen Nutzunggenommen und konnten eine entsprechende vielfältige Vegetation ausbilden. Sie haben eine hohe Bedeutung für Offen/andarten. ".

Dementsprechendmüssten aus Naturschutzsicht, wenn nun diese Flächen bedauerlicherweise überbaut werden, entsprechend höherwertige Ausgleichsmaßnahmen erfolgen, so dass auch die Vernichtung der langjährigen ungestörten Entwicklung dieser Flächen kompensiert wird.

Bei dem Scopingtermin am 21.3.2018 sagte Herr Hermans: „Aus leichsf/ächen werden überbaut und müssen höherwerti ausgeglichen werden."

 
   

Im Protokoll fandsich diese Aussage nicht, dies hat der NABU beanstandet. Aus der Sicht des NABU handelt es sich hier um eine besonders wichtige Aussage".

In den jetzt vorliegenden Unterlagen findet sich erneut keine Begründung dafür, warum von diesem für den Naturschutz wichtigen Aspekt nun abgesehen wurde. Auf die vorgetragenen Argumente des NABULandesverbandes wird nicht eingegangen. Der NABU fordert eine Begründung, warum von dem erklärten höherwertigen Ausgleichserfordernis Abstand genommen wird.

Ausgleichsmaßnahmen sind aber so vorzunehmen, dass der real entstehende Schaden auch tatsächlich kompensiert wird.Fazit aus naturschutzfachlicher Sicht ist:

Hochwertige Grünflächen gehen in erheblichem Ausmaß verloren. Eine echte Kompensation in der Fläche wird gar nicht angestrebt.

Entgegen der ursprünglichen Planung werden auch alte Ausgleichsflächen überbaut.

Der nach dieser aus Naturschutzsicht besonders unerfreulichen

Entscheidung zunächst angekündigte (siehe oben) höherwertige Ausgleich dafür soll nun offensichtlich nicht stattfinden.

Der NABU maßt sich nicht an, über Kompetenz in der Krankenhausplanung oder über bessere Planungsalternativen zu verfügen. Dennoch muss die Planung mit naturschutzfachlichen Erfordernissen in Einklang gebracht werden.


 

 

 

 

Die vorgesehenen Ausgleichsmaßnahmen für die geplanten schwerwiegenden und hochgradigen Eingriffe in Natur und Landschaft sind

 

u.E. nicht ausreichend und müssen aus naturschutzfachlicher Sicht dringend verbessert werden.

 

Dementsprechend schlagen wir erneut vor für den Bereich Peelwatt den

 

Status eines Naturschutzgebiets anzustreben. Bei einer erneuten Inanspruchnahme der schon als Ausgleichflächen dienenden Bereiche für neue Eingriffe im Peelwatt ist neben einem höherwertigen Ausgleich auch die Einrichtung eines Ausgleichsflächenmanagements auf der übergeordneten Ebene (kreisfreie Stadt Flensburg, Kreis SchleswigFlensburg/ UNBen) zu fordern, das auch anderen Planungen zu Gute käme. Aufgrund der erheblichen Planungsmängel kann der NABU dieses Vorhaben in der vorliegenden Form nicht befürworten.

 

Planungskorrekturen sind daher aus NABU-Sicht zwingend erforderlich.

 

Der NABU behält sich Ergänzungen seiner Stellungnahme vor.

 

Der NABU bittet um Rückäußerung, wie über seine Stellungnahme befunden wurde sowie um weitere Beteiligung am Verfahre

Mit freundlichem Gruß

 

 

Angelika Krützfeldt

 

NABU Schleswig-Holstein


 

 

#19

Sabine Geese

im Auftrag des NABU ArbeitskreisesTwedter Feld,Flensburg

 

                                                                                            5. Februar 2018

 

Westgrenze des Naturschutzgebietes Twedter Feld

 

Sehr geehrter Herr F.,

der Arbeitskreis Twedter Feld hat am 27. Januar 2018 in Flensburg eine Begehung der Westgrenze des Naturschutzgebietes Twedter Feld zum Kiefernweg vorgenommen.

 

Den am Briefende aufgeführten Teilnehmern fiel dabei Folgendes auf:

 

 Zu viele Eingänge (darunter auch inoffizielle Trampelpfade) führen in   diesem Bereich in das Naturschutzgebiet.

 

 Ein früher vorhandener Zaun fehlt bzw. wurde weitgehend beseitigt.

 

 In diesem Grenzbereich befindet sich jetzt eine große Menge Hausmüll    (Gartenstühle, Plastikliegen, Weihnachtsbäume, Plastikplanen usw.).   Da das NSG tiefer liegt als der Schwellenweg, wird Plastik und anderer   Müll zusätzlich in das Gebiet hinein geweht.

 

Diese Abschnitte sind durch die starke Müllansammlung im Naturschutzgebiets ein Schandfleck für Flensburg geworden. Ein Zaun würde die in größerem Ausmaße stattfindenden illegalen Entsorgungen von Müll deutlich erschweren und reduzieren!!!

 

Im Gegensatz hierzu stehen die Verhältnisse im Bereich des Wohnparks Twedter Feld. Hier befindet sich ein intakter Zaun, der auch nicht durchbrochen ist und somit seine Schutzfunktion für das Naturschutzgebiet wahrnimmt.

 

Unmittelbar vor diesem Zaun befindet sich aber ein deutlich ausgebildeter Trampelpfad, vom Schwellenweg her kommend, in das Gebiet hinein, der sich ausgiebig verzweigt. In diesem Bereich sind Hundebesitzer zu beobachten, die ihre Tiere ins Gebiet hineinlaufen lassen. Der Trampelpfad in diesem Bereich ist soweit ausgeformt, dass man über ihn mehrere 100 m in das Naturschutzgebiet hinein bis zum Hauptweg gelangen kann. Gerade in diesem Bereich wird das Naturschutzgebiet landschafts-ästhetisch und sicher auch in seiner Schutzfunktion leider entwertet.

 

Der NABU Flensburg hat jahrelang den im Bereich dieser Westgrenze des Naturschutzgebietes anfallenden Müll entsorgt. Dies kann aber nicht zum Dauerzustand werden, hier besteht Handlungsbedarf. Ein geeigneter Zaun würde sowohl den erwähnten Trampelpfad aufheben, als auch die Müllansammlung reduzieren.

 

Unser Vorschlag: Seitens der Behörden sollte ermittelt werden, welche Eigentümer  hinsichtlich des neu zu schaffenden Zauns rechtlich haftbar gemacht werden können. Falls seitens dieser Eigentümer keine Bereitschaft besteht Kosten für den Zaun zu übernehmen, müssten diese Kosten durch die Stadt aufgebracht werden. Die betreffenden Eigentümer sollten unserer Meinung nach darauf hingewiesen werden, dass der Zaun dann die neue gemeinsame Grenze darstellt. Die Immobilieneigentümer stehen gemäß §§ 921 und 922 BGB in der Verantwortung für die Intaktheit des Zaunes.

 

Wir glauben, dass auch die meisten hier wohnenden Menschen Ihnen dankbar sein würden, wenn sie nicht mehr auf degradierte und verschmutzte Bereiche des Naturschutzgebiets schauen müssten, sondern in eine weitgehend intakte Naturlandschaft hineinsehen könnten.

 

Auf den von Ihrer Behörde aufgestellten interessanten Infotafeln für das Gebiet heißt es. “Das Schutzgebiet bietet allen Besucherinnen und Besuchern die unvergleichliche Möglichkeit, in unmittelbarer Stadtnähe neben Ruhe und Erholung eine intakte Natur und Umwelt… zu erleben“.

An der Westgrenze des Gebiets erscheint einem diese Aussage derzeit wenig realistisch bzw. glaubhaft!

 

Gemäß Auskunft des NABU Flensburg sollen bisher angeblich schwierige rechtliche Verhältnisse und ein unregelmäßiger Verlauf der Grenze zwischen Naturschutzgebiet und angrenzenden Privatbesitz bisher den Bau eines Zaunes verhindert haben.

 

Unseres Erachtens sollte es dabei aber nun nicht länger bleiben. Es ist weniger schlimm, wenn der Zaun zum Teil im Naturschutzgebiet verläuft, als wenn gar kein Zaun vorhanden ist. Längeres Abklären der rechtlichen Situation wäre hier unbefriedigend, es sollte am besten unverzüglich gehandelt werden.

Mit freundlichen Grüßen von den NABU Mitgliedern  

 

Sabine Geese

 

Dr. Renée Buck

 

Hans-Peter Fokuhl

 

Beate Fokuhl

 

Sandra Wöbke

 

Manfred Koch

 

Ilse Boysen

 

Der Arbeitskreis Twedter Feld der NABU-Gruppe Flensburg hatte die bestehende Stadtgrenze des Naturschutzgebietes im Westen sich näher angeschaut, weil hier das NSG direkt an Wohnblocks am Kiefernweg stößt. Ebenso wird die Situation im Bereich Osterlücke sein, wo gegenwärtig dicht an die Grenze des NSG heran gebaut wird.     Die Untere Naturschutzbehörde hat auf dieses Schreiben reagiert und eine Müllbeseitigung in dem betroffenen Bereich veranlasst. Ob ein Zaun gebaut wird ist aber noch ungewiss. Ebenso leider im Bereich Osterlücke, obwohl er dort auch von Naturschutzexperten als erforderlich angesehen wird.

 

 

 

#18

18.5.2017  Stefan Croonen


Ich beobachte in den neuen Baugebieten in Flensburg, und diese Beobachtung lässt sich sicherlich (leider) auf nahezu alle Baugebiete in Schleswig-Holstein und darüber hinaus übertragen, einen besorgniserregenden Trend, und zwar die Anlage von größeren sog. Kies- oder Schotterbeeten.
Dabei kann man am Alter eines Baugebietes sehr gut einen Trend beobachten, nämlich, je jünger ein Baugebiet ist, desto größer und umfangreicher werden diese Kiesbeete. In machem neuen Baugebiet macht der Anteil mit Grundstücken, die derartige Beete aufweisen, geschätzt 80% aus und die Fläche beträgt auf manchem Grundstück schlimmstenfalls mehrere 100 m². In älteren Baugebieten werden ebenfalls zunehmend solche "Beete" angelegt.
In aller Regel handelt es sich um Flächen, die mit regionsfremdem, teilweise aus anderen Ländern oder Kontinenten stammendem Kies- oder Splitt aufgefüllt werden und die überhaupt keinen Bewuchs bzw. keine Bepflanzung mehr aufweisen bzw. allenfalls einen Kübel mit einem Buchsbaum o.ä.
M.E.steht zu befürchten, dass diese Flächen ebenfalls regelmäßig "unkrautfrei" gehalten werden, im schlimmsten Fall durch den Einsatz von Totalherbiziden.
Die Ursache für diesen Trend liegt sicherlich darin, dass viele Menschen heutzutage Gärten möglichst pflegeleicht anlegen möchten. Hierfür spricht m.E. ebenfalls der zunehmende Einsatz von Rollrasen und Mährobotern.
Es ist ja hinlänglich bekannt, dass die moderne, intensive Landwirtschaft zu einem deutlichen Artenschwund usw. geführt hat bzw. immer noch führt. Wenn nun vormals landwirtschaftliche Flächen zu Baugebieten werden, so ist dies mittlerweile als mindestens ebenso kontraproduktiv für die Natur anzusehen, wenn die verbliebenen, nicht versiegelten Flächen in derartige ökologische Wüsten verwandelt werden.
Hinzu kommt, dass die übliche Palette an Blühpflanzen in Baumärkten zumeist rein gar keine Nahrungsquelle für Insekten darstellen, von einzelnen Lavendelbüschen und Kräutern vielleicht einmal abgesehen.
Hier sehe ich auf verschiedenen Ebenen Handlungsbedarf und könnte mir gut vorstellen, dass der NABU als große Organisation tätig werden könnte, müsste oder sollte. Im folgenden dazu einige Vorschläge:
1. Information
Ich denke, vielen Mitbürgern ist gar nicht bewusst, dass Kieswüsten weder kostengünstig noch pflegeleicht sind bzw. was damit "angerichtet" wird. Hier wäre es m.E. geboten, das Thema in viel stärkerem Maße aufzugreifen und die negativen Auswirkungen in Bezug auf Artenvielfalt (Insektenschwund==>Vogelschwund), analog zur intensiven Landwirtschaft) medienwirksam darzustellen, aber auch einfache Lösungen, z.B. die Schaffung von kleinen Blühinseln usw. darzulegen. Stichwort "Bienen-und Hummelschutz" usw.
Wichtig bei der Informationsvermittlung ist m.E. die Herausstellung, dass insektenfreundliche Beete nicht pflegeintensiv sein müssen, wenn man z.B. robuste Stauden (z.B. Malven s.u.) und mehre Monate blühende Bodendecker (Storchschnäbel s.u.) verwendet, die schneckenfest sind und sich sogar z.T. selbst aussäen.
2. Blühpflanzenpakete in Kooperation mit einer großen Baumarktkette
Meine Idee ist, eine Baumarktkette für die Problematik der wenig nützlichen Blühpflanzen zu sensibilisieren und z.B. ein abgestimmtes Blühpflanzensortiment anzubieten, was der NABU empfiehlt. Man könnte hierfür einprägsame Namen verwenden wie "Hummelparadies", "Insektentankstelle" o.ä. Das Paket könnte aus pflegeleichten, dauerblühenden Stauden bestehen, wie Lavendel, Rosenmalve (Malva alcea oder "Rosenpappel"), Storchschnabel "Rozanne", für Schattenbereiche z.B. Walderdbeeren usw. usf.
3. Aufklärung von Fachbetrieben
Viele Garten- und Landschaftsbauunternehmen werben zunehmend für die Anlage von Kieswüsten. Hier sollte der NABU Lobbyarbeit bei Dachverbänden betreiben und auch hier Aufklärung leisten. Professionell angelegte, insektenfreundliche, pflegeleichte Trockenrasenbiotope wären sicherlich ein sinnvolleres Betätigungsfeld für Fachunternehmen.
4. Politische Arbeit
M.E. stellt sich zunehmend die Frage, inwieweit die Anlage von Kiesbeeten nicht ordnungsrechtlich verhindert werden müsste. Dies ist m.E. derzeit nicht möglich.
Im Baurecht gibt es ja die sog. Grundflächenzahl (GRZ), welche die maximal zulässige Versiegelung eines Grundstückes regelt. Der Hintergrund ist m.E. das Ansinnen, einen gewissen Anteil des Grundstückes für den Wasser-, Boden- bzw. allgemeiner den Naturhaushalt zu bewahren. Die Anlage von Kiesbeeten unterhöhlt in jedem Fall  das Ansinnen, das Schutzgut "Boden" zu bewahren und ist dem Naturhaushalt natürlich ebenfalls in keinster Weise förderlich.
Hier sollte der NABU politisch aktiv werden. Das Ziel muss es sein, dass zumindest Kies- und Schotterbeete der schlimmsten Art, d.h. ohne jegliche Bepflanzung und mit untergelagertem "Unkrautvlies" zukünftig in die GRZ miteingerechnet werden müssen. Dies würde den Stadtplanungs- bzw. Bauämtern ein Instrument zum Gegensteuern an die Hand geben.
Derzeit laufen m.E. die in Bebauungsplänen (B-Plänen) getroffenen Regelungen zur GRZ zunehmend "ins Leere", da erheblich größere Grundstücksteile dem Naturhaushalt entzogen werden, ohne dass hierfür in den förmlichen Verfahren zu B-Plänen ein Ausgleich an anderer Stelle festgesetzt wird.

 

 

 

 

 

 

 

 


# 16 Cordelia Feuerhake    Dipl.Ing.Arch.       Naturschutzbeirat Flensburg         Januar 2017

 

                                         -  Wohnungsbau in Flensburg  -                  

 

Prognosen und Entscheidungen unter dem Aspekt  der Genügsamkeit als einem Prinzip der Nachhaltigkeit                                                                                                                                                               

 

 

 

Planerische Entscheidungen sollten nachhaltig sein. Eines der Prinzipien von Nachhaltigkeit ist Genügsamkeit  - Suffizienz.

 

Die Stadt Flensburg strebt an, sich systematisch mit den Aspekten der Genügsamkeit in der Stadtentwicklung zu befassen. ( Beschluss zu FA-55/2016)

 

Parallel dazu hat  der Bürgermeister und Kämmerer der Stadt Flensburg                              Henning Brüggemann seit dem Herbst 2016 das Gespräch mit den Flensburger Stadtteilforen und den EinwohnerInnen zum Thema Nachhaltigkeit gesucht.  Gegenstand dabei ist vor allem der Widerspruch einer suffizienzorientierten Denkweise zur Wachstumsausrichtung der Stadt Flensburg – die sicherlich in gewissem Umfang berechtigt ist.

 

In Bezug auf die Wohnungsbauentwicklung in Flensburg wird dieser Konflikt deutlich. Vor dem Hintergrund der Sensibilität, die für das Thema Genügsamkeit im letzten Jahr auch im politischen Diskurs  gewachsen ist, plädiert der Naturschutzbeirat  dafür, diesen Grundsatz gerade im Hinblick auf die Wohnflächenentwicklung ernst zu nehmen:

 

 

 

Die noch vorhandenen Grün-, Natur- und sonstigen unbebauten und unversiegelten Flächen im Stadtgebiet von Flensburg sind neben ihrem Wert für den Arten und Biotopschutz (siehe unsere Ausarbeitung „Naturvorranggebiete in Flensburg – Fortschreibung 2015) im Sinne eines vorbeugenden Klimaschutzes und einer Prävention bzgl. der zunehmenden Starkwetter- und Starkregen-Ereignisse unbedingt notwendig für die Aufnahme und Speicherung von Regenwasser, als CO2-Senken, für das Mikroklima und für die Sauerstoff-Versorgung angrenzender bebauter Flächen sowie Verkehrsflächen. Dazu kommt der Naherholungswert für die Bevölkerung und manchmal auch die stadthistorische Bedeutung, die z.B. für den Christiansenpark gilt.  Derartige Flächen müssen erhalten bleiben bzw. sogar vergrößert und ergänzt werden . Der Landschaftsplan für die Stadt Flensburg, der gerade neu aufgestellt wird, sollte diesbezüglich eindeutige politisch gewollte Prioritäten widerspiegeln.          

 

Es darf nicht geschehen, dass Naturflächen, welche in der Vergangenheit als Ausgleichsflächen für Bauvorhaben von der Stadt angekauft und – mit jeweils gutem fachlichen Grund - als Biotope entwickelt worden sind, in neuen Bebauungsplan-Verfahren wieder aufgegeben und in Bauland umgewandelt werden.  Im Sinne der o.g. Notwendigkeit von Grünflächen im Stadtgebiet darf es auch nicht  passieren, dass Ausgleichsflächen außerhalb des Stadtgebiets ausgewiesen werden, womit die Stadt Flensburg sich ihrer Möglichkeit berauben würde, wichtige Flächen in den Landschaftsachsen und Grünringen zu sichern und zu entwickeln. Die Zuordnung von Ausgleichsmaßnahmen ist die einzige nennenswerte Finanzierungsquelle, die hierfür besteht.                                                                 Der Schutz von Waldflächen – über den man sich im Prinzip wohl einig ist – wird  konterkariert, wenn der notwendige und vorgeschriebene Abstand von Bauvorhaben zum Waldrand ( 30 m ) dadurch eingehalten wird, dass die Waldgrenze durch planerische Umwandlung in eine Grünfläche  verschoben, d.h. die Bäume am jeweiligen Rand eines betroffenen Waldes in jeweils „benötigter“ Tiefe gefällt werden.

 

Es wird an die politischen Entscheidungsträger und -trägerinnen appelliert, diesen Aspekten in der Entscheidungsfindung mehr Gewicht einzuräumen.

 

Aktuelle Bauvorhaben in Flensburg sollten kritisch auf ihren wirklichen Bedarf evaluiert werden: Sind die vielen Eigentumswohnungen im gehobenen Preissegment tatsächlich nachgefragt? Wird der steigende Bedarf an günstigen und / oder kleinen Wohnungen gedeckt?  Für wen gibt es  bereits „Wohnungsnot“? Wer sind die neuen Einwohner in Flensburg? Sind das Studenten, Flüchtlinge, Alleinerziehende, Hartz IV-Empfänger? Entstehen für diesen Bedarf neue Wohnungen?  Der kürzlich veröffentlichte Leserbrief in den Flensburger Tageszeitungen von Frank Hamann, Ratsherr für die Fraktion Die Linke, mit der Überschrift „Mein Flensburg ist das nicht“ beschreibt das Problem treffend.

 

Die bereits versiegelten und / oder bebauten Flächen in Flensburg müssen aktiviert oder reaktiviert werden, um „nachhaltig und genügsam“  benötigten Wohnraum zu schaffen. Das ist vergleichsweise schwierig im Vergleich zur Neuausweisung von Bauland, aber im Sinne von Nachhaltigkeit müssen genau hier die vorhandenen Planungs- und sonstigen Ressourcen einfließen,  und wir wünschen uns hierfür mehr Kreativität und Neudenken.                                                                                                                                                                                                                In ausgewiesenen Sanierungsgebieten werden bereits mühsame Einzelverhandlungen  mit den jeweiligen Hausbesitzern geführt - z.B. zur Durchsetzung von Fassadengestaltung – und zwar unter hohem Einsatz personeller Ressourcen seitens des Sanierungsträgers.  Solche Verhandlungen sind genauso notwendig, um mögliche Wohnungspotentiale in vorhandener Bebauung zu aktivieren.                                                                                                                                     Allein in den an die Fußgängerzone angrenzenden Hofbereichen wird ein Potenzial von ca. 300 bis 400 bisher nicht genutzten Wohnungen geschätzt.                                                                                                   Für brachliegende Gewerbeflächen und leerstehende Ladenflächen in den Stadtteilen gilt ebenso, dass sie im Sinne von Bestandsaktivierung und Innenverdichtung und auch im Sinne von Qualitätsverbesserung der jeweiligen Nachbarschaft umgenutzt und neugenutzt werden müssen.                                                                                                                                                        Ein Kataster über Lücken im Bestand für die Stadt Flensburg gibt es bestimmt schon...                                                                                                                                         

 

Zwei weitere Problematiken sollten thematisiert werden:

 

Die flächendeckende Überalterung und daraus resultierende städtebauliche Auswirkungen auf  traditionelle Flensburger Villenviertel sowie die Neuausweisung von Bauflächen auf eigentlich nicht geeignetem Baugrund mit unverhältnißmäßig hohem Erschließungsaufwand. Schon jetzt bestehen in manchen neuen Einfamilienhaus-Gebieten Probleme mit einem hohem Grundwasserstand u.Ä.

 


                                                                                                              

 

 

 

Nach der Bevölkerungsprognose der Landesregierung soll die Einwohnerzahl Flensburgs von 2016 bis 2030 um 4800 Personen steigen. Flensburg würde dann im Jahr 2030 98 800 Einwohner zählen. Der Bedarf an zusätzlichen Wohnungen bis 2030 wird mit 5200 angegeben – ausgehend vom Stichjahr 2014. Diese Zahlen nennt das Flensburger Tageblatt in der online-Version in einem Artikel vom 14.10.2016. Beim Bedarf an Wohnungen sind auch Ersatzwohnungen für bis dahin abgängige Wohnungen, d.h. sogenannter Nachholbedarf,  eingerechnet, daher die im Vergleich zum Personenzuwachs hohe Bedarfszahl.                                                                                                                            

 

Zur Zeit sind neben diversen Einzelbauvorhaben knapp 500 Wohnungen in planungsrechtlich gesicherten größeren Neubaugebieten wie Am Wasserturm, Alte Gärtnerei, Fördestr. 42 bis 50 , Duburger Str. 10 bis 14 / Gartenstr.) in der konkreten Umsetzung.                                                                

 

In Planung sind mindestens 400 Wohneinheiten, nämlich an der östlichen Osterallee, am Alten Husumer Weg / Ochsenweg, am Alten Husumer Weg/Holzkrugweg, an der Fördestr. / Hansi-Garten, in Tarup Ost, in Groß Tarup/West, an der  Eckenerstr. 28 ,  „Freiland“ / Güterbahnhof, am Drosselweg, in Weiche an der Friedenskirche und  in Sonwik / Bunker.  Die Projekte Bahnhofstal, Schwarzenbachtal und Taruper Hauptstraße werden im o.g. Zeitungsartikel  mit 1200 Wohneinheiten angegeben.                                                                                 

 

Zusammen sind das mehr als 2000 Wohnungen.  Dem steht der prognostizierte Bedarf               - Landesregierung 2014, s.o. -  von 5200 Wohnungen bis 2030 gegenüber.                                                                                                                                             

 

In den nächsten 14 Jahren müssen also zusätzlich gut 3000 Wohnungen hergestellt werden.                                                                                                                                                     Die  Bedarfsprognose der Stadt Flensburg , welche unverändert mit  8000 neuen Wohnungen bis 2030 rechnet, ist daher nicht nachvollziehbar.                                                                                                                       

Die ca. 3000 benötigten Wohnungen sollten durch Innenverdichtung, Bestandsaktivierung und  nachhaltige Modernisierung entstehen!                                 

 

 

 

# 15 Rainer Niss (Montag 30.01.2017) Ein Hinweis zu den beiden obenstehenden Beiträgen:

Für jeden, der sich für Naturschutz und Landschaftsplanung in Flensburg interessiert, bildet die vom Beirat für Naturschutz und Landschaftspflege der Stadt Flensburg (Jürgen Uwe Maßheimer   Beiratsvorsitzender und Naturschuzbeauftragter der Stadt Flensburg) herausgegebene Broschüre: „Naturvorranggebiete in Flensburg  Fortschreibung 2015“ eine sehr empfehlenswerte Möglichkeit sich zu informieren. Derzeit sind diese Informationsschrift und die dazugehörige Karte über die beiden unten angegebenen Links zugänglich:

 

http://www.flensburg.de/media/custom/2306_2559_1.PDF?1465828377http://www.flensburg.de/media/custom/2306_2559_1.PDF?1465828377

 

http://www.flensburg.de/media/custom/2306_2574_1.PDF?1466144337

 

#14  Eike Fischer  (Sonnabend 28.01.2017)

 

Nachricht: Zum Naturschutz in Flensburg

In seinem Beitrag zum Naturschutz in Flensburg hat Professor Riedel eine hervorragende Übersicht und Beurteilung der gegenwärtigen Situation des Naturschutzes in Flensburg gegeben. Jede Stadt könnte sich froh und glücklich schätzen, einen solchen engagierten Fachmann zu haben,auf dessen Urteil und Vorschläge eine sinnvolle und nachhaltige Planung aufbauen sollte. Wie wir kürzlich in Tarup von Bürgermeister Brüggemann bei seinem Vortrag "Muß es denn immer mehr sein?" erfuhren, ist ein neuer Flächennutzungsplan für Flensburg in Arbeit - hier könnte doch ein versierter Fachmann wie Prof. Riedel gut mitarbeiten und seine Vorschläge umsetzen. Wenn man sich besonders die Neubaugebiete in und um Tarup ansieht, die das erklärte Ziel der Stadt zu einem schnellen Wachstum auf 100.000 Einwohner deutlich vor Augen führen, bekommt man schon starke Bedenken, ob sich dem Ziel, immer mehr Menschen auf immer weniger Fläche anzusiedeln nicht alles andere unterordnet. Die früher für so wertvoll erachteten Landschaftsachsen und Naherholungsflächen werden unterbrochen, wertvolles Weideland und Ackerflächen werden zu Bauland. Immerhin gibt es auch Positives: die Adelbybek und Tastruper Au wurden entrohrt und werden nun durch die Eigeninitiave einzelner Bürger mit Unterstützung des NABU Flensburg, des Bürgerforums Tarup und der Schule Adelby in eine natürlichen Zustand versetzt. Mit Erfolg: der Bach lebt, mit vielen Insekten, Fischen und Amphibien und Pflanzen, sogar der Eisvogel ist regelmäßiger Gast. An den Rückhaltebecken tummeln sich Enten, Gänse, Schwäne, Regenpfeifer u.a. Bisher nicht in die Umwelt- und Naturschutzplanungen der Stadt einbezogen sind die Friedhöfe, Kleingartengebiete und Privatgärten. Viele Neubürger haben (leider) keine Ahnung mehr von naturnahen Gärten mit vielen bienenfreundlichen und kleintieranlockenden Pflanzen. Hier wären von der Stadt unterstützte Wettbewerbe für vorbildliche Gärten, Beratung und evtl.Mitfinanzierung der Anlage von Obstwiesen auf Kleingartengelände, die Anlage von Wildblumenwiesen und kleinen Teichen,  Gründächer auf Carports und Schuppen u.a. ein Schritt zu einem bunten und lebendigen Flensburg, ein Leben mit und nicht gegen die Natur!





# 13   Hildburg Schleppegrell (Freitag 13 Januar 2017)

 

Zum Positionspapier von Herrn Professor Dr. Riedel

 

Mit großem Interesse habe ich das Positionspapier von Herrn Professor Dr. Riedel gelesen. Ich bin Herrn Professor Riedel dankbar für diesen Beitrag und dem NABU für die Veröffentlichung.

 

Einige Punkte möchte ich aus meiner Sicht noch etwas unterstreichen.

 

Seit Jahren beobachte ich, wie uns Bürgern Stück für Stück Naturflächen verloren gehen und unsere Lebensqualität dadurch eingeschränkt wird, dass dem Naturschutz kaum noch Bedeutung beigemessen wird und alles Denken und Streben in Richtung mehr Bauland zielt.

 

Es ist zwar zu begrüßen, dass die Stadtoberen den Beirat für Naturschutz im Frühjahr 2016 nicht ganz abgeschafft haben – was tatsächlich erwogen wurde. Aber die Besetzung ist um ein Drittel reduziert worden, und biologischer Sachverstand ist jetzt nicht mehr vertreten.

 

Man hat den Eindruck, dass der guten Arbeit des Beirates kaum Beachtung geschenkt wird und sie eher als B-Plan-Verhinderung wahrgenommen wird.

 

Ähnliches gilt auch für die UNB. Sie ist trotz guter Fachkompetenz und großer Einsatzbereitschaft mit viel zu wenig Personal ausgestattet und kann daher den Belangen des Naturschutzes gar nicht gerecht werden.

 

Die Ausweisung weiterer Naturschutzgebiete sollte gefördert werden, damit die zwar in anderer Weise schon geschützten Gebiete wie die Marienhölzung und das Stiftungsland Schäferhaus im Sinne des Naturschutzes weiterentwickelt werden können.

 

Mutig finde ich auch die Bemerkung zu unserer Presse.

 

Wünschenswert wäre ein engagiertes Mitglied im Berichterstatterteam der Zeitung mit Sachkenntnissen zu den Themen Natur, Umwelt und Biodiversität, damit den Lesern sachlich richtige und den Naturschutz fördernde Beiträge geboten werden. Gegen kritische Berichte in der Presse ist nichts einzuwenden. Aber wenn völlig abwertende und überdramatisierende Beiträge beispielsweise über das Jakobskreuzkraut, die Herkulesstaude, Mauerraute, Zauneidechse … auf fehlender Fachkenntnis basieren, dann ist das Stimmungsmache – und nicht Berichterstattung.

 

Der Einsatz für den Klimapakt ist ein guter Ansatz. Aber ohne die Sicherung unserer letzten Grünflächen und Frischluftschneisen kann er nicht funktionieren. Alles muss zusammenwirken zum Wohle der Stadt und der Bürger.

 

Aktuell geht uns gerade wieder ein wirklich verwunschenes Stückchen Grünfläche am Drosselweg verloren. Es handelt sich um ein weitgehend aufgegebenes Kleingartengelände, in dem sich noch einige naturnah bewirtschaftete Gärten befinden. In dem Gelände gibt es eine tiefe Senke mit einem naturbelassenen, liebevoll in Ordnung gehaltenen Teich. Die aufgegebenen Gärten mit zahlreichen alten Obstbeständen und Ziersträuchern bieten der Vogelwelt wertvolle Nahrungs- und Brutplätze.

 

Auf  Protest des Beirats für Naturschutz hin hat sich der Investor zwar bereit erklärt, den Talraum von der Bebauung auszunehmen. Aber was nutzt das, wenn rundherum alles zugepflastert wird!

Sehr bedenklich ist die Bebauung auch für den Standort der Wildtulpen (Tulipa sylvestris), der sich direkt südwestlich anschließt. Die Tulpen sind von dem Wasser, das aus dem Gebiet am Drosselweg quillt, angewiesen. Wenn durch die Bebauung hydrologische Veränderungen eintreten, was sehr zu befürchten ist, dann geht uns eines der größten Vorkommen der Wildtulpe in SH verloren!

Dies ist nur ein Beispiel dafür, dass biologischer Sachverstand im Beirat für Naturschutz erforderlich ist.




  • #12

 

Hans Knöll Fuglsang (Freitag, 22 November 2013 11:25)

 

Unser Flensburger NABU Ortsverband verfügt über mehr als 1000 Mitglieder. Woran liegt es, dass nur so wenig Mitglieder sich an unseren Aktionen und Arbeitseinsätzen beteiligen?

 
  • #11

Ursula Niss (Sonntag, 18 August 2013 21:10)

ZumThema 'Mauerraute an der Mauer vor dem Flensburger Bahnhof'
Herr Fritzsche von der Flensburger Behörde für Natur- und Umweltschutz hat uns versichert, dass nur die Treppe vor dem Bahnhof saniert wird. Die Mauern, an denen die Mauerraute wächst, sind nicht in die Sanierungsmaßnahme einbezogen.
Ursula Niss und Hildburg Schleppegrell

  • #10

Ursula Niss (Sonntag, 11 August 2013 14:36)

Die Mauerraute
Naturfreunde in Flensburg und der NABU sind sehr stolz auf das Vorkommen der Mauerraute in der alten Begrenzungsmauer vor dem Bahnhof unserer Stadt. Jetzt besteht die Absicht diese Mauer zu sanieren und es ist zu befürchten, dass der Bestand der Mauerrauten darunter leiden wird, sie vielleicht aus Unkenntnis entfernt wird. - In der Presse wurde sie schon als überflüssiges Gebüsch bezeichnet.
Bei der Mauerraute - Asplenium ruta-muraria - handelt es sich um eine kleine, grazile, immergrüne Farnpflanze. Ihre Blattwedel sind stumpf-dreieckig im Umriss, zwei- bis dreifach gefiedert und 5 bis 15 cm lang. An der Unterseite der Fliederblättchen finden sich meist streifenförmig angeordnete, braune Sporenansammlungen. Die Mauerraute gehört deswegen zur Familie der Streifenfarngewächse.
Der deutsche Name Mauerraute bezieht sich auf das häufige Vorkommen in alten Mauern und auf die der Wein-Raute ähnlichen Blättchen.
Die Mauerraute hat eine kosmopolitische Verbreitung in gemäßigten Klimazonen.
Ursprünglich siedelte dieser kleine Farn in Felsnischen der Gebirge. Seit Menschen begannen, ihre Gärten ,Gehöfte und Äcker, mit Mauern einzufassen, nahm die Mauerraute gern diesen Sekundärstandort an. Seitdem wächst sie überwiegend in Mauerfugen. Damit konnte sie auch im Flachland eine neue Heimat finden. Sie ist damit eindeutig zum Kulturfolger geworden.
In Schleswig-Hostein sind auch alte Mauern sehr selten und deshalb steht die Mauerraute in unserem Bundesland auf der Roten Liste der bedrohten Pflanzenarten in der Kategorie 1 = vom Aussterben bedroht.
Die Mauerraute verträgt weder Zement noch Beton. Das Mauerwerk muss, wie in alten Zeiten, mit Kalkmörtel aufgebaut und verfugt werden, um das Überleben dieses hübschen, kleinen Farns zu sichern.
Eine Verpflanzung oder gar Neuansiedlung der Mauerraute in eine sanierte Mauer ist sehr schwierig. Das hängt einerseits mit den Ansprüchen des Farns an den ph-Wert zusammen, andererseits auch damit, dass der Farn möglicherweise auf das Vorhandensein spezieller Mykorrhizapilze angewiesen ist.
Genaue Angaben zur Verbreitung und Gefährdung der Mauerraute in SH sowie zum Schutz des Farns finden sich bspw. in:
Kieler Notizen zur Pflanzenkunde 34: 4–16, Kiel 2006
Romahn, Katrin; Jansen, Werner; Kieckbusch, Jan J.
Die Mauerfarne in Schleswig-Holstein - Mauerraute (Asplenium ruta-muraria L.), Braunstieliger Streifenfarn (Asplenium trichomanes L.), Zerbrechlicher Blasenfarn (Cystopteris fragilis (L.) Bernh. s. str.), Hirschzunge (Asplenium scolopendrium L.) und Ruprechtsfarn (Gymnocarpium robertianum (Hoffm.) Newman)
Hildburg Schleppegrell, Ursula Niss

 

  • #9

Sören (Montag, 29 Juli 2013 12:24)

Welche legalen Möglichkeiten hat man, wenn im eigenen Garten die Katzen des Nachbarn Jung- und/oder Altvögel bedrohen?

 
  • #8

 

Rainer Niss (Sonntag, 19 Mai 2013 20:51)

 

Zur Wegführung an den Trockenrasenflächen (Sini Thomsen). Rücksicht auf gehbehinderte Menschen zu nehmen ist zwar sicher ein wichtiger Punkt. Trotzdem muss man hier die verantwortliche Untere Naturschutzbehörde (UNB) in Schutz nehmen. Erstens lässt sich der betroffene Bereich umgehen. Ein Sandweg passt auch viel besser zu dem Heidecharakter des Gebiets, das er erschließt.Dazu kommt, dass die Anlage des Wegs mit anderen Materialien als Sand in aller Regel zu einem unerwünschten Nährstoffeintrag in das Gebiet geführt hätte. Dabei besteht der besondere Wert des Bereiches gerade in seiner Nährstoffarmut. Diese ermöglicht vielen selten gewordenen Pflanzen das Wachstum. Letztlich wurde der frühere Weg von wohl eher weniger naturinteressierten Moped- und Mofafahrern als Abkürzung benutzt. Das wird nun hoffentlich anders werden.

 

 
  • #7

Sören (Donnerstag, 16 Mai 2013 21:20)

Hallo Frau Thomsen,
zu der Frage, welche Ziel der NABU verfolgt, kann ich Ihnen folgende Antwort geben:
Der NABU ist ein Mitgliederverband, d.h. er lebt von der Mitgliedschaft und Mitarbeit. Der NABU ist mit fast 400.000 Mitgliedern der größte Naturschutzverband in Deutschland. Der NABU Flensburg hat über 1200 Mitgliedern, von denen einige aktiv sind. Das heißt, sie arbeiten in einer unserer Arbeitsgruppen mit.
Der NABU Flensburg engagiert sich mit vielen Naturkundlichen Führungen besonders in der Umweltbildung. Pro Jahr sind 600 Menschen auf diesen Wanderungen zu Gast und bekommen Wissens- und Sehenswertes zur Natur in und um Flensburg vermittelt.
Der NABU Flensburg bietet seinen Mitgliedern vielfältigen Service: Beratung bei Fragen zum Natur- und Umweltschutz, Ermäßigung auf NABU Veranstaltungen und vieles andere mehr.

 
  • #6

 

Thomsen, Sini (Samstag, 04 Mai 2013 20:03)

 

Ich war heute zur Vogelstimmenkunde im NSG Twedter Feld und finde es gut, dass durch die neue Wegführung die Trockenrasenflächen geschützt werden. Nur die Beschaffenheit der Wege läßt zu Wünschen übrig. Auf dem ausgebrachten losen Sand ist es jedoch sehr beschwerlich zu gehen, gerade für gehbehinderte Menschen.
Läßt sich da noch nachbessern?
Die aufgestellten Infotafeln müssten sogar Hundebesitzer vom Sinn der neuen Wegführung und vom Gebrauch der Leine überzeugen.
Gibt es inzwischen in unmittelbarer Nachbarschaft eine Hundefreilauffläche? Dem NSG Twedter Feld würde das gut tun.
Zu: Lauttrupsbach einbetoniert unter Klarschiff
Das ist nicht die erste Fehlplanung der Stadt Flensburg,
aber wohl mit Abstand die schlimmste.

 

  • #5

 

Günther Hönnecke (Sonntag, 21 April 2013 20:15)

 

Zu der Frage, wo man in Flensburg und Umgebung interessante Tiere und Pflanzen beobachten kann, würde ich hinsichtlich der Vögel vor allem zunächst an folgende Orte denken: In der Stadt: Lautrupsbachtal (zum Beispiel Wasseramsel,Eisvogel), ansonsten noch die Marienhölzung (vor allem der Teich an der Eisenbahn), hier findet man keine sensationellen Arten kann aber oft Buntspecht oder Laubsänger hören und sehen, Wassersleben insbesonder zur Schusterkate hin (Fernglas und besser noch Spektiv hier besonders wichtig), in der Umgebung: Sankelmarker See, Jardelunder Moor und Spitze ist dann Holnis

 

  • #4

Rainer Niss (Freitag, 19 April 2013 19:03)

Zu: Lautrupsbach einbetoniert unter Klarschiff
Auf dem Weg zur Arbeit fahre ich fast jeden Tag an diesem sich nun langsam der Vollendung näherndem Bauwerk "Klarschiff" vorbei. Wenn ich die Tätigkeit der Handwerker beobachte, würdige ich wieviel Arbeit in einem solchen Gebäude steckt. Auch den Planern und Architekten will ich nicht Unrecht tun. Ich nehme zur Kenntnis, dass Leute, die viel mehr von Architektur verstehen als ich, dies Gebäude als schön empfinden. Mir will es trotzdem nicht gefallen. Es erinnert mich unqualifizierterweise durch seine Form an einen Sarg. Unter ihm ist die Mündung eines lebendigen Baches in Beton eingesargt. Gibt es so etwas eigentlich häufiger, dass ein Bach wie der Lautrupsbach vorbildlich renaturiert wird, ausgerechnet sein Mündungsbereich aber so richtig gründlich und auf unabsehbare Zeit hin überbaut und versiegelt wird? Oder haben wir hier ein Flensburger Unikat vor uns?


  • #3

Rainer Niss (Freitag, 19 April 2013 09:13)

Hallo Daniela, schon bevor ich Kirschlorbeer als solchen ansprechen konnte, störte der mich irgendwie. Dies Glänzende passt oft nicht. Die rasante Ausbreitung ließ fast an etwas Infektiöses denken. Nachdem ich dann Kirschlorbeer kannte und weiterhin überall in den Flensburger Gärten auftauchen sah, hat sich mir die Frage nach dem Warum oft gestellt und ich dachte unter anderem: Wahrscheinlich ist der billig. Mit Interesse las ich vor kurzem in der ZEIT (27.3.2013) die Ansicht von Udo Weilacher, Professor für Landschaftsarchitektur, dass der massenhafte Kauf von Kirschlorbeer darin seine Begründung fände, dass die Menschen Tod und Verwesung als Teil des Gartenzyklus nicht mehr akzeptieren.Sie wollen es immergrün, auch weil das weniger Arbeit mache.Erfahrene Kirschlorbeerbesitzer, denen ich diese These vorgetragen habe, widersprechen allerdings.So wenig Arbeit mache der gar nicht.Bei scharfem Wind zum Beispiel,würde er austrocknen und viele Blätter abwerfen. Auch müsse man ihn häufig schneiden, weil er sonst zu hoch würde (kann bis 7 m hoch werden).
Prospekte und Reklame von Gartencentern helfen bei der Klärung der Frage vielleicht weiter.In diesen wird schon oft betont, dass Kirschlorbeer immergrün und winterhart sei. Andererseit wird auch hervorgehoben, dass er Sichtschutz biete. Dies scheint mir ein wichtiger Aspekt zu sein. Die Gartenbesitzer wollen bestimmte Dinge in ihrem Garten tarnen oder sich hinter Grün verstecken.
Auch las ich als Kaufaufforderung für Kirschlorbeer:"Da wird ihr Nachbar staunen". Das nun wird heute doch schon eher nicht mehr der Fall sein. Eher wird es heißen:"Die haben nun auch noch eine Kirschlorbeerhecke gepflanzt".
So in etwa könnte es gelaufen sein:Trendsetter haben mit ersten glänzenden Kirschlorbeersträuchern ihre Nachbarn beeindruckt. Diese haben sich auch welche gekauft. Nun hat fast jeder einen und man kriegt ihn überall.
Was spricht dagegen? Auf der Internetseite des NABU in Bremen heißt es: Besser setzt man eine Betonmauer in den Garten als einen Kirschlorbeer. Auf der Betonmauer können jedenfalls noch Flechten und Moose wachsen. Den Kirschlorbeer hingegen können einheimische Tiere nicht nutzen.Außerdem verbreitet er sich in der Natur als unerwünschter Neophyt und verdrängt einheimische Pflanzen. Als immergrüne Alternative empfehlen die Bremer NABU-Aktiven die Eibe. Bei uns wäre auch der Ilex zu erwägen. Der findet sich ja von Natur aus in vielen Wäldern Angelns.



  • #2

 

Daniela Thomsen (Mittwoch, 10 April 2013 20:10)

 

Ich bin seit vielen Jahren NABU-Mitglied und finde es gut, dass es jetzt die Möglichkeit gibt, über ein Diskussions-Forum Kontakt zur Flensburger NABU-Gruppe aufzunehmen. Ich habe auch gleich schon mal 3 Fragen, die man mir vielleicht beantworten kann:

Wo kann man in Flensburg und Umgebung interessante Tiere
und Pflanzen beobachten?

Welche Ziele verfolgt die NABU-Gruppe Flensburg?

Warum sieht man hier bei uns so viele Hecken mit
Kirschlorbeer, wo es doch so schöne heimische
Heckenpflanzen gibt?

Ich würde mich freuen, von Euch zu hören.

 

 

 

  • #1

Christoph Haufe (Samstag, 24 November 2012 08:00)

An die IG Ostufer
Nachrichtlich: NABU Flensburg
Mündung des Lautrupsbaches, einbetoniert unter dem „Klarschiff“
Am Montag dieser Woche ist Etagene Girma-Bierig „Mensch des Jahres 2012“ geworden. Was hat das mit dem Ostufer zu tun? Nicht viel. Was allerdings zu erkennen ist: Die Menschen, die sie gewählt haben, haben ein soziales Gewissen, das über die Belange unserer Region hinausreicht. Es gab mehrere Anwärter auf den Preis, die etwas für Flensburg getan haben. Etagene Girma-Bierig setzt sich für Kinder in ihrer Geburtsheimat Äthiopien ein, die Opfer struktureller Gewalt geworden sind.
Wenn es viele Menschen mit einem sozialen Gewissen in Flensburg gibt, dann gibt es sicherlich ebenso viele Menschen mit einem Gefühl für echte Schönheit. Das gibt mir das Stichwort zum Thema Ostufer. Schaut man bei Google Earth auf die Mündung des Lautrupsbaches, steht genau an dieser Stelle der Hinweis auf ein schönheitschirurgisches Institut. Mag sein, dass die Hoffnung auf physische Eleganz die Stadtväter dazu veranlasst hat, genau an diese Stelle des Ostufers die Genehmigung zur Errichtung des „Klarschiff“ zu erteilen.
Es gibt in Flensburg viele Einwohner und Besucher, die sich nach Natur, Lebensqualität und Wohlbefinden sehnen und oft gerade deshalb zum Hafen kommen. Natürliche Schönheit vermittelt nach meiner Ansicht der renaturierte Lautrupsbach, allerdings erst hinter der Ballastbrücke. Dort, wo sich die Menschen besonders gern aufhalten, gibt es für den Bach nur ein dunkles Loch in der Kaimauer. Die Heringe, die zum Ablaichen in den Bach ziehen, lassen sich davon nicht abschrecken. Sie wissen irgendwie, dass es hinter dem Tunnel wieder heller wird.
Die meisten Menschen, die Flensburg besuchen, sehen allerdings nur das dunkle Loch. Von 5 Millionen Dänen, deutschen und internationalen Gästen hoffen wir, dass sie alle nach Flensburg zum Einkaufen kommen und zum Reichtum der Stadt beitragen.
Allen Bewohnern und Gästen könnte die Stadt an der Mündung des Lautrupsbaches sichtbar demonstrieren, dass sie ihren naturgegebenen Reichtum zu schätzen weiß. Für den Hafen hatte die Kaimauer wirtschaftliche Bedeutung. Nun demonstriert die Stadt ihren Bürgern und Gästen an exponierter Stelle, dass sie die Natur dort, wo sich Menschen besonders gern aufhalten, ohne Not zubetonieren lässt.
Etagene Girma-Bierig ermutigt uns. Sie zeigt uns, wie man Menschen durch Tatkraft zu ansteckendem menschlichem Handeln bewegt. Es geht um das soziale Gewissen und um echte, natürliche Schönheit.
Dr. Christoph Haufe
Harrislee

Die NABU Gruppe Flensburg betreut die Naturschutzgebiete Holnis und Twedter Feld

     

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