Bilder von der NABU-Bachwiese in Klues

© Manfred Broetzmann

Diesen C-Falter auf der Bachwiese, den die Kirschpflaumen am Rand der Wiese angelockt hatten, hat Manfred Broetzmann mit seinem Smartphone noch im September 2022 fotografiert.

Meist spätestens in diesem Monat gehen diese  Schmetterlinge in den Winterschlaf über, den sie im Freien verbringen, z.B. im Efeu, der sich ebenso auf der Bachwiese findet wie Brennnesseln, an denen nach

geglückter Überwinterung die Tiere im Frühjahr dann

gerne ihre Eier ablegen.

© Ursula Niss

 

Reste eines Baumhummelnests im August 2022 auf der Bachwiese. Siehe dazu "Beobachtungen (Raum Fl)"

 

 

© Rainer Niss

Blattschneiderbienen, wie diese im August 2022 auf der Blüte einer Acker-Kratzdistel der Bachwiese, kann man oft an ihrem abgeflachten Hinterleib erkennen, den sie beim Blütenbesuch manchmal eigentümlich In die Höhe recken.

 

© Rainer Niss

Im Juli und August 2022 waren mehrere anscheinend schlafende Scherenbienen in den Glockenblumenblüten der Bachwiese anzutreffen. Hier in der Blüte einer Rapunzel-Glockenblume

© Rainer Niss

Auf dem Blütenstand dieser Acker-(oder Wiesen-) Witwenblume Ende Juli 2022 treffen sich ein Schwarzkolbiger Braun-Dickkopffalter und die schöne Wildbiene  Andrena hattorfiana (Knautien-Sandbiene). Sie ist in Schleswig-Holstein gefährdet.

Es handelt sich um eine Art, die ganz auf Kardengewächse, wie insbesondere die Wiesen-Witwenblume, spezialisiert ist. Daraus resultiert auch ihre Gefährdung. Auf Äckern ist die Acker-Witwenblume auf Grund der heutigen Bewirtschaftungsform kaum noch anzutreffen, weswegen auch empfohlen wurde, sie Wiesen-Witwenblume zu nennen.

Wenn aber Wiesen gedüngt oder zu früh gemäht werden (was wir auf unserer Bachwiese natürlich Vermeiden), verschwinden auch dort die Wiesen-Witwenblumen und die Knautien-Sandbiene kann ihre Brutzellen nicht mehr  mit Pollen versorgen.

Auf der interessanten Webseite Wildbienen.de wird auch darauf hingewiesen, dass neben früher Mahd auch Honigbienenvölker, die auf ansonsten geeigneten Wiesen stehen, Andrena hattorfiana das Leben erschweren können. Auch das versuchen wir zu vermeiden und haben Angebote Bienenvölker auf die Bachwiese zu stellen abgelehnt, auch wenn das zum Teil Unverständnis ausgelöst hat. Wir haben vielmehr die auf unserer Wiese ursprünglich seltene Wiesen-Witwenblume gezielt vermehrt und haben so vielleicht auch dieser Wildbiene geholfen.

© Rainer Niss

Hier sitzt Ende Juli 2022 eine Gemeine Breitstirnblasenkopffliege ( Sicus ferrugineus) auf der Blüte einer Wiesen-Witwenblume. Mit ihrem rundlichen Kopf und den großen Augen wirkt sie zwar etwas fremdartig aber doch fast niedlich.

Für Acker-Hummeln (sind auf der Bachwiese häufig; siehe zum Beispiel das Bild weiter unten) stellt sie jedoch eine tödliche Gefahr dar. Hier lauert sie wahrscheinlich auf eine solche Hummel, der sie dann durch eine Schwachstelle zwischen zwei Segmenten ihres Panzers ein Ei in den Bauch legt. Die sich nun entwickelnde Larve der Fliege frisst die Hummel bei lebendigem Leibe auf; wenn sich die Larve der Fliege verpuppt, stirbt die Hummel.

© Rainer Niss

Ende Juli 2022 hat hier eine auf einer Schafgabenblüte der Bachwiese lauernde Krabbenspinne (wahrscheinlich die häufige Art Xysticus cristatus) eine Honigbiene erwischt. Ihr schnell wirkendes Gift hat sie, wie Krabbenspinnen dies oft tun, in den Nacken der Biene gespritzt. So hat diese keine Chance, sich mit ihrem Stachel zur Wehr zu setzen.

© Rainer Niss

 

 

Das Teichhuhn hört man häufiger aus dem  Feuchtgebiet der Bachwiese rufen, das zeitweilig – abhängig vom Wasserstand in Lachsbach und Nordgraben -  große Schlickflächen aufweist. In diesem Schlick konnte man Ende Juni 2022 die Fußabdrücke des Teichhuhns erkennen. Angedeutet sieht man am Abdruck von Zehe 2 und 4 die Schwimmhäute. In Bereich dieser Schlickfläche versuchte einmal ein NABU-Mitglied auf den Spuren des Teichhuhns zu wandeln und versank bis zur Hüfte im Schlick.

 

© Rainer Niss

 

Rostfarbiger-Dickkopffalter Ende Juni 2022 auf der Bachwiese in einer Irisblüte.

 

© Rainer Niss

Gegen Mittsommer wärmt sich hier eine Kleine Keilfleckschwebfliege auf dem Fruchtstand des Großen Sauerampfers in der Abendsonne.

 

© Rainer Niss

Das Nickende Leimkraut (Silene nutans) im Juni 2022 auf der NABU- Bachwiese in Klues lässt hier seine Blütenköpfe besonders tief hängen. Es soll mehr als einem Dutzend verschiedener Raupen als Futterpflanze dienen können. Seine Besonderheiten sind, dass einerseits  seine Blüten (nach Düll/Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands) einem kleinen Schmetterling als Brutstätte dienen. Das gibt es z.B. auch bei der Yucca, kommt aber sonst bei Pflanzen in unserem Gebiet nur selten vor. Außerdem ist der Stengel unterhalb der Blüte  klebrig, ähnlich wie bei der Pechnelke, und schützt wohl so vor dem Aufkriechen von z.B. Blattläusen. Kleinere Insekten bleiben hier manchmal haften.

 

 

 

 

© Rainer Niss

Ein Teichhuhnei vom Rand des Feuchtgebiets der NABU-Bachwiese. Siehe Meldung von Mittwoch, 16 Juni 2021 unter „Beobachtungen (Raum Fl)“.

 

© Rainer Niss

Dieser Stieglitz, den ich am 14.8.2020 auf der NABU-Bachwiese in Klues beobachten konnte, schien mir einen etwas verwunderten Gesichtsausdruck zu haben. Das wäre ja auch verständlich. Er fragte sich sicherlich, warum sich nur so wenige Mitglieder des NABU-Flensburg auf der Bachwiese engagieren wollen. Obwohl dort zum Beispiel an diesem Tag nicht nur ständig die lebensfreudigen Rufe der Stieglitze zu hören waren, sondern sich auch junge Kenbeißer zeigten und der Eisvogel in der vollen Sonne mitten über die Wiese flog

7 Kraniche (Bild unten, der 7. passte nicht mehr ins Bild) flogen am 19.5.2019 über die NABU-Bachwiese in Klues. Aber auch am Boden waren an die 30 verschiedene Vogelarten hier festzustellen. Neben Gelbspötter, Gartenrotschwanz, Dorn- und Klappergrasmücke sowie Teichrohrsänger auch dieser Zaunkönig (Bild oben).

© Rainer Niss

 

© Rainer Niss

Im feuchteren Teil der NABU-Bachwiese gibt es einen größeren Sumpfziest-Bestand. Hier treffen Anfang Juli 2020 gerade eine junge Gartenhummelkönigin und eine Ackerhummel aufeinander.

© Rainer Niss

Wir versuchen die NABU Bachwiese mit zusätzlichen Biotopelementen als Lebensraum für Insekten und andere Tiere noch attraktiver zu machen. Ein Sandhügel war ein solcher Versuch. Eine Wegwespe zog dort im Juli 2020 die von ihr erbeutete Spinne steil nach oben wo das Loch des von ihr gegraben Nistplatzes sich befand. Mehrfach zog sie aber versehentlich ihr Opfer am Loch vorbei und stürzte dann mit ihm zusammen wieder zum Fuß des Hügels zurück. Wie es zur Erfindung des Mythos von Sisyphos gekommen sein könnte, konnte man sich beim Zuschauen gut vorstellen. Hier allerdings kam es zu einem guten Ende: zum Schluss zerrte sie die Spinne als Nahrung für ihre Larve durch das Loch.

© Rainer Niss

Diese schöne Pflanze findet sich im im moorigen Feuchtwiesenbereich der NABU-Bachwiese in Klues seit Jahren. Sie sieht zwar dem unbeliebten Jacobs-Kreuzkraut ähnlich, das von vielen herausgerissen wird. Es handelt sich aber um das Wasser-Greiskraut (Senecio aquaticus), das im Gegensatz zum Jacobs-Kreuzkaut in Schleswig-Holstein selten ist (Rote Liste Kategorie 2 also stark gefährdet). Wir hoffen, dass es auf unserer Wiese vor dem Herausgerissenwerden sicher ist.

© Rainer Niss

Eine Singdrossel im Mai 2020 an der Hecke der NABU-Bachwiese.

 

© Rainer Niss

Eine Heckenbraunelle auf der NABU-Bachwiese am 11.3.2020.

© Rainer Niss

Am 11.3.2020 hielten sich etwa 2 Dutzend durchziehende Erlenzeisige, darunter dieser, auf der NABU-Bachwiese in Klues auf. Aus einer großen, in voller Blüte stehenden Kirschpflaume war ihr Gruppengesang zu hören.

 

© Rainer Niss

Die Kuckucks-Lichtnelke (August 2019) auf der NABU-Bachwiese in Klues. Keineswegs eine exotische Pflanze, aber von der Blüte her doch ein wenig so wirkend. Um den Erhalt dieser Art auf der Feuchtwiese wollen wir uns besonders kümmern.

 

© Rainer Niss

Bei unserem Bemühen die NABU-Bachwiese zu einer blütenreichen Wiese mit besonderem Wert für Fluginsekten zu machen, drängen wir den in einem Bereich stark wuchernden Stumpfblättrigen Ampfer zurück. Ganz vernichten wollen wir ihn nicht, da auch auf ihm interessante Insekten wie dieser   Mennigrote Ampfer-Spitzmausrüssler (Apion frumentarium - wahrscheinlich - es gibt sehr ähnliche Arten) vorkommen.          

© Rainer Niss

Erfreulich häufig mit vielen hundert Exemplaren waren im Mai 2019 die Raupen des Kleinen Fuchses auf Brennnesseln auf unserer NABU-Bachwiese zu finden. In seinem spannenden Buch „Schmetterlinge -Warum sie verschwinden und was das für uns bedeutet“ meint Prof. Reichholf, dass dieser Falter seltener werden würde. Das soll natürlich durch diese Beobachtung nicht in Frage gestellt werden.                                           

 

© Rainer Niss

Die Gelbbraune Gebirgsschwebfliege (Sericomyia [früher Arctophila] superbiens) Mitte August 2019 auf der NABU-Bachwiese. Sie imitiert Hummeln, wobei sie der Ackerhummel am ähnlichsten sieht und  ist vielleicht auf der Bachwiese anzutreffen, weil es hier nicht nur viele Hummeln erfreulicherweise noch gibt, sondern auch zwei Bäche und viel Schlamm und somit Lebensraum für ihre Larven. Durch die großen Augen wirkt sie fremdartig und etwas bedrohlich, ist dabei aber noch harmloser als die Hummeln, die sie nachahmt.

 

© Rainer Niss

Die Rapunzel-Glockenblume (Campanula rapunculus) auf der NABU-Bachwiese in Klues. Diese in Schleswig-Holstein eingebürgerte Pflanze (Raabe: „Atlas der Flora Schleswig-Holsteins…“) hat eine verdickte Wurzel, die früher als Gemüse Verwendung fand. Rapunculus (lateinisch) heißt: Kleine Wurzel.

 

© Ursula Niss

Seit Juli 2018 gehört der Gruppe Flensburg des NABU eine Wiese zwischen 2 Bächen (Lachsbach und Nordgraben) nahe der B 200 in Klues. Wir wollen versuchen diese Bachwiese zu einer blütenreichen Insektenwiese hin zu entwickeln.

Derzeit schon blütenreich ist die Wiese in ihrem feuchten, bachnahen Anteil am Lachsbach (oben).


© Ursula Niss

Es finden sich hier unter anderem Wald-Engelwurz,

© Ursula Niss 

Zottiges Weidenröschen in ausgedehnten, übermannshohen Beständen,

© Ursula Niss                               

                              und Sumpfhornklee.

 © Rainer Niss

 

Zum Nordgraben hin hat die Wiese auch einen trockeneren Anteil mit Acker-Kratzdistel, Echter-Kratzdistel (im Bild eine Wiesenhummel auf der Echten Kratzdistel) und Rainfarn . Sicher nicht der Traum eines Landwirts. Aber die Träume von Landwirten und Naturschützern unterscheiden sich eben derzeit recht deutlich.