Die Marienhölzung

Die Stadt Flensburg verfügt nur über ein einziges Naturschutzgebiet. Aus Sicht der NABU Gruppe Flensburg wäre die Ausweisung eines weiteren Naturschutzgebietes und zwar der Marienhölzung sinnvoll. Das bestehende Naturschutzgebiet, das Twedter Feld liegt östlich der Stadt, die Marienhölzung westlich. Zwei größere Naturschutzgebiete würden so Flensburg gewissermaßen flankieren.

 

Die Marienhölzung ist für Flensburg als Klimaschutzwald wichtig. Mit ihrer mehr als 160 ha großen Fläche führt sie zu einem waldtypischen Klima. Die Schutzwürdigkeit des Gebiets ergibt sich für uns aus den eiszeitlich geprägten, kleinräumig sehr abwechslungsreichen Standortverhältnissen mit allein 24 Tümpeln und Teichen wie dem nährstoffarmen Seerosen-Waldsee Wolfsmoorteich, dem Zwei-Insel-Teich und dem Wollgrasteich. Ferner aus dem großen zusammenhängendem Waldbestand mit Erlenbrüchen und teilweise recht alten Buchen und Eichen von denen einige als Naturdenkmale ausgewiesen sind.

 

Die Marienhölzung weist mehrere Altholzbestände und einen Nadelholzbestand auf, die von dem damaligen Förster Hinze absichtlich nicht durchforstet wurden. Auf einem Drittel der Fläche wächst unter dem Laub-Altholzschirm Naturverjüngung.

 

Die mit mehr als 160 Hektar verhältnismäßig große Fläche der Marienhölzung führt zu einem waldtypischen Klima, daher kann die Marienhölzung auch als Klimaschutzwald angesehen werden.

 

Bereits seit 1986 besteht ein von Förster Jörn Hinze eingeführtes Altholz- und Totholzentwicklungsprogramm, das den ökologischen Wert der Marienhölzung weiter erhöht hat. Die Ausweisung als Naturschutzgebiet würde die zukünftigen Wohlfahrtswirkungen des erreichten Waldentwicklungszustands sichern.

 

Die zahlreichen verschiedenen Bodentypen in der Marienhölzung sind Grundlage für eine reichhaltige Flora. Über 200   Blütenpflanzenarten wurden in der Marienhölzung nachgewiesen darunter auch seltene wie der Riesenschachtelhalm und die Grünliche Waldhyazinthe. Mehr als 50 Brutvogelarten sind in der Marienhölzung festgestellt worden und in den ausgedehnten Feuchtgebietsmosaiken leben Amphibien und Reptilien wie Moorfrosch und Ringelnatter.

 

Am 30.3.2016 hat daher die Gruppe Flensburg des NABU den Antrag auf Ausweisung der Marienhölzung als Naturschutzgebiet gestellt. Am 4.5.2016 wurde dieser Antrag vom Umweltministerium abgelehnt. Dies wurde begründet mit der aktuell kleinflächigen Ausstattung mit naturnahen Biotopen und nur geringen Anteilen landesweit bedeutsame Arten vorkommen. Ein Erfordernis zum besonderen Schutz des Gebietes als Naturschutzgebiet, etwa zur Sicherung der Biodiversität des Landes besteht nach derzeitigen Kenntnissen nicht, hieß es. Da die Marienhölzung als Landschaftsschutzgebiet geschützt ist wäre ja ein naturschutzrechtlicher Schutzstatus gegeben.

 

Die NABU Gruppe Flensburg glaubt nach wie vor, dass eine Ausweisung der Marienhölzung als Naturschutzgebiet empfehlenswert wäre. Wir können die vorgebrachten naturschutzfachlichen Argumente gegen die Unterschutzstellung derzeit nicht direkt widerlegen, glauben aber, dass möglicherweise nicht alle Vorkommen wichtiger Arten erfasst sind. Offen bleibt auch, ob die  Bemühungen zur Steigerung des ökologischen Wertes des Waldes durch Alt- und Totholzentwicklung  ausreichend berücksichtigt worden. Wir glauben, dass die Marienhölzung zwar für Erholung und Freizeitaktivität in Flensburg wichtig ist, dass dies aber nicht zwangsläufig zu Konflikten hinsichtlich einer Unterschutzstellung führen muss und dass die Akzeptanz der Bevölkerung für eine die Ausweisung als Naturschutzgebiet gegeben sein dürfte.

 

Wir fordern alle interessierten Flensburger auf Beobachtungen  von möglicherweise bedeutsamen Arten in der Marienhölzung zu erfassen und mitzuteilen, zum Beispiel auf unserer Webseite (Beobachtungen im Raum Flensburg).

 

 Insgesamt meinen wir, dass derzeit in Flensburg die Verfolgung ökonomischer Ziele wie der Versuch die Grenze von mehr als 100.000 Einwohnern zu erreichen und möglichst viel Bauland für Einfamilienhäuschen  auszuweisen zu sehr im Vordergrund steht. Wichtig wäre gerade auch in einer von Artenschwund und Klimawandel geprägten Zeit eine ökologische Orientierung. Die Ausweisung der Marienhölzung als Naturschutzgebiet scheint uns über kurzsichtige ökonomische Gesichtspunkte hinausgehend gerade im Hinblick auch auf den zu erwartenden Klimawandel ein sinnvolles Ziel für die Entwicklung Flensburgs zu sein.

 

 

                                   Wolfsmoor

Die NABU Gruppe Flensburg betreut die Naturschutzgebiete Holnis und Twedter Feld

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