Beobachtungstipps für den September für das Naturschutzgebiet Twedter Feld

Der September ist oft der für die Beobachtung von Pilzen günstigste Monat im Twedter Feld.

Wenn er im Sonnenlicht am Wegrand glänzt ist der Blutrote Röhrling (Xerocomus rubellus) eine ausgesprochene Pilzschönheit.

Er ist zwar essbar, gerade in einem Naturschutzgebiet sollte man Pilze aber stehen lassen. Dabei geht es gar nicht um die Frage, ob es für die Pilze gut oder schlecht ist, wenn man ihre Fruchtkörper pflückt. Es gibt sehr viele Tiere, die von Pilzen leben. Laut Professor Heydemann (Biologischer Atlas für Schleswig-Holstein) kann man zum Beispiel allein am Echten Reizker 70 verschiedene Käferarten nachweisen. Darüber hinaus aber erfreut der am Weg stehende Pilz auch viele Spaziergänger. Man sollte also auch seiner Mitmenschen halber solche Pilze am Weg weiterleben lassen, sie Schnecken, Pilzmücken, Vögeln, Rehen oder Eichhörnchen überlassen. Ein Beispiel für eine besonders bescheidene Form der Pilznutzung zeigt das untenstehende Bild aus dem Twedter Feld. Die Rindenlaus begnügt sich oft mit den winzigen Pilzsporen. Die Artzugehörigkeit der Rindenlaus habe ich nicht geklärt, bei dem Pilz handelt es sich um den Ast-Zwergschwindling (Marasmiellus ramealis).

 

Warum man sich über den Anblick mancher Pilze freut, ist oft schwer zu erklären. Möglicherweise spielt eine Rolle, dass ihre Form oft menschenähnlich wirkt, man aber gleichzeitig spürt, dass es sich um ganz fremdartige Wesen handelt, in deren Lebensweise man sich intuitiv weniger leicht hineinzuversetzen vermag als in die von Pflanzen oder Tieren. Pilze lassen einen daher auch an verborgene und verschlossene Welten denken, an geheimnisvolle Erdreiche. Ihr nur zeitweiliges Vorhandensein, ihr überraschendes Auftauchen und ihre Formen- und Farbenfülle spielen sicher auch eine Rolle. Tiere machen sich Pilze in vielfältiger Weise zu nutze. Sie legen ihre Eier in sie, sie fressen sie oder benutzen sie als Sofa, wie der kleine Grasfrosch im Bild es mit der Ziegenlippe (Xerocomus subtomentosus) tut, die auch Fraßspuren von Schnecken aufweist.

 

 

 

Ansprechend ist auch der Dunkelviolette Dickfuß (oder Violetter Schleierling) (Cortinarius violaceus), der regelmäßig am Wegrand zu finden war in den letzten Jahren im Twedter Feld. Vielerorts hingegen wird dieser schöne Pilz sonst seltener.

Er weist in etwa denselben Violettton auf, wie der deutlich häufigere Amethystfarbene Lacktrichterling, der im September auch immer im Twedter Feld zu finden ist.

Unscheinbarer sehen hingegen meist die Risspilze aus. Das Bild zeigt einen im Spätsommer am Wegrand im Twedter Feld aufgenommenen Vertreter dieser großen Pilzgattung von der man in Deutschland etwa 150 verschiedene Arten kennt.

Er weist in etwa denselben Violettton auf, wie der deutlich häufigere Amethystfarbene Lacktrichterling, der im September auch immer im Twedter Feld zu finden ist.

Unscheinbarer sehen hingegen meist die Risspilze aus. Das Bild zeigt einen im Spätsommer am Wegrand im Twedter Feld aufgenommenen Vertreter dieser großen Pilzgattung von der man in Deutschland etwa 150 verschiedene Arten kennt.

Der oben gezeigte Pilz ist recht typisch für die Gattung. Man erkennt die Risse am Hutrand, die zum Gattungsnamen geführt haben. Ich habe ihn als Duftenden Risspilz (Inocybe bongardii) bestimmt. Für diese Art ist das Bild nicht typisch. Man kann bei dieser Gattung die Art aber nicht durch Vergleichen von Bildern und Blättern in Pilzbüchern allein herausfinden. Auch nicht durch Schnuppern, denn der Duftende Risspilz kann zwar obstartig riechen, aber das kann der Birnen-Risspilz auch. Außerdem kann der Duftende Risspilz auch nach Tran stinken. Man muss Risspilze also mikroskopisch bestimmen. Hier haben viele Pilzfreunde eine Hemmschwelle. Wenn man diese überwindet wird man manchmal durch interessante Anblicke belohnt wie zum Beispiel gerade bei den Sporen von manchen Risspilzen.

 

Das Bild zeigt bei starker Vergrößerung die Sporen eines anderen Risspilzes aus dem Twedter Feld (Inocybe pumila), die an Gummibärchen erinnern könnten.

Ohne dass er besonders farbig wäre, wirkt trotzdem auch der Birkenpilz (Leccinum scabrum) angenehm. Vielleicht weil Hut und Stiel farblich gut harmonieren. Der gänzlich weiße Weiße Birkenpilz (Leccinum holopus), der auch im Twedter Feld vorkommt wirkt auf mich jedenfalls weniger schön

In größerer Anzahl war in den letzten Jahr am Wegrand auch der eigentümlich geformte Kragen-Erdstern (besser wohl Halskrausen-Erdstern) (Geastrum triplex) zu finden. Seine Gestalt weicht weit ab von dem gewohnten Pilzschema, lässt aber auch an menschliche Formen denken (in alten naturkundlichen Werken werden Erdsterne manchmal als Männlein dargestellt) und wirkt optisch faszinierend

Nicht unmittelbar den üblichen Schönheitskriterien entsprechen die Rhizomorphen (Wurzelstränge) des Hallimasch, die das Bild zeigt.

 

Unter besonderen Bedingungen leuchten diese aber nachts, was man im Twedter Feld auch beobachten kann.

 

 

 

 

 

Auf den Blüten am Wegrand kann man im September Insekten oft noch gut beobachten und fotografieren, da sie jetzt oft schon langsamer sind als bei hochsommerlicher Hitze. Man sieht also zum Beispiel Hummeln oder auch Schwebfliegen, die Hummeln ähneln, wie die unten abgebildete, beeindruckend große Gebirgsschwebfliege (Arctophila superbiens), die nicht nur sonst Hummeln ähnelt, sondern auch dieselbe sympathische Ruheausstrahlung hat, wie Hummeln. Man findet sie im Spätsommer manchmal im Twedter Feld.

Auch nach Libellen zu schauen kann sich im September noch lohnen. Zum Beispiel die Herbstmosaikjungfer (Aeshna mixta) kann man im Twedter Feld sehen (hier das Weibchen), sie ist sogar gelegentlich noch im November zu beobachten.

Wenn man sich Libellen sehr langsam nähert, kann man oft recht detaillierte Nahaufnahmen machen, wie z.B.diese von Brust und Kopf einer männlichen Herbstmosaikjungfer. Man kann die Wolken sich im Auge der Libelle spiegeln sehen.

 

Viele Insekten sind aber schon in der Winterruhe oder auf dem Wege dahin, wie diese im September im Twedter Feld fotografierte Raupe eines Mondvogels (im Hintergrund der Ziegelrote Schwefelkopf), die wahrscheinlich nach einem Platz an dem sie sich für Verpuppung eingraben kann, sucht.

Hinsichtlich der Wirbeltiere sieht man tagsüber im Twedter Feld manchmal im September noch Ringelnattern auf den Wegen sich sonnen an warmen Tagen.

Gelegentlich kann man sie auch in den Bächen schwimmen sehen.

Copyright Bilder und Text Rainer Niss

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Die NABU Gruppe Flensburg betreut die Naturschutzgebiete Holnis und Twedter Feld

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