Beobachtungstipps für den Juni für das Naturschutzgebiet

Twedter Feld

 

 

 

 

 

 

Im Juni kann man im Twedter Feld meistens noch alle 4 dort vorkommenden Grasmückenarten (Mönchsgrasmücke, Gartengrasmücke, Klappergrasmücke und Dorngrasmücke) singen hören. Unten eine Dorngrasmücke in ihrem Dornenreich am Beobachtungspunkt am Blocksberg.

 

Dieser Vogel wollte anscheinend  gar nicht so gern beobachtet werden. Er kehrte dem Fotografen den Rücken zu, behielt ihn aber misstrauisch im Auge, was seltsam aussieht und man als Mensch so nicht hinkriegt

Wenn man die Gesänge dieser 4 oben erwähnten Grasmückenarten schon gut kennt, kann man immer noch bei ihren Rufen etwas dazulernen.

Diese ähneln sich zwar, man kann aber auch an ihnen die Arten oft unterscheiden. Die Mönchsgrasmücke warnt zum Beispiel lauter als die Klappergrasmücke. Die Dorngrasmücke verfügt über recht viele verschiedene Rufe und auch die Jungen, die man im Juni nicht selten sehen kann, geben schon ihre eigenen Laute von sich.

 

Unter den Reptilien kann man im Twedter Feld nur mit etwas Glück auch einmal die Blindschleiche sehen, obwohl sie dort wohl beständig vorkommt. Es handelt sich bei den Blindschleichen eben um Tiere, die versteckt leben. Wenn die Blindschleiche so ruhig bleibt wie die auf dem Bild, kann man erkennen, dass sie bewegliche Augenlider hat, im Gegensatz zu Schlangen. Interessant finde ich, dass diese Tiere eine Lebenserwartung von mehr als 30 Jahren haben sollen.

 

 

Im Juni ziehen die Insekten immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich. Zum Teil, weil man sie an mehr oder minder luftigen Orten bei arterhaltenden Bemühungen sieht und sie sich dann auch nicht so schnell aus dem Staub machen.

 

Wenn man dabei verstehen will, was man sieht, empfiehlt sich die Mitnahme einer Lupe oder einer vergrößerte Aufnahmen erlaubenden Kamera. Die Lupe erschließt auch die Schönheit ganz gewöhnlicher Insekten wie die des unten gezeigten Blattkäfers. Eine genaue Artzuordnung wird man auch mit der Lupe in der Natur nicht immer erreichen können. Es gibt in Deutschland über 500 Blattkäferarten. Bei dem auf dem Bild gezeigten könnte es sich um den sehr häufigen Prächtigen Blattkäfer handeln, den man oft auf Brennnesseln oder Taubnesseln findet.

 

Daneben fallen einem die Insekten auch oft wegen ihrer Farbigkeit auf. Zum Beispiel rote Käfer. Im Twedter Feld handelt es sich dann von Mai bis August entweder (von den allgemein bekannten Marienkäfern einmal abgesehen) um den unten gezeigten sehr häufigen Pappelblattkäfer. Dieser gehört also auch zu den Blattkäfern. Als wichtiges Abgrenzungsmerkmal gegenüber ähnlichen Arten hat er schwarze Flecken (hier nicht gezeigt) am Ende der ziegelroten Flügeldecken. Oder aber es handelt sich bei einem wegen seiner roten Farbe auffälligen Käfer um den Scharlachroten Feuerkäfer, der deutlich schlanker ist und meist nur bis in den Juni hinein vorkommt.

 

Ebenfalls häufig im Twedter Feld im Juni ist der Gemeine Widderbock. Auch er fällt wegen seiner ins Auge springenden Färbung auf, die an eine Wespe erinnert. Der gelbe Streifen im vorderen Flügel lässt aber wegen seiner Biegung auch an ein Widderhorn denken, was dann wohl Namen gebend war.

 

Im Juni eigentlich immer im Twedter Feld zu sehen ist, ist das Große Ochsenauge (Maniola jurtina). Im Juni erscheinen zunächst die unten gezeigten Männchen, die keine weißen Kerne im Augenfleck auf den Vorderflügeln haben, im Gegensatz zu den Weibchen. Es fliegt nur eine Generation dieser Schmetterlinge im Jahr. In Juni wirken sie noch frisch und gegen Ende ihrer Saison, im September etwa, sehen sie dann schon recht mitgenommen aus. Man erkennt häufig, dass die Vögel, denen sie knapp entkommen sind, nach ihren Augenflecken gehackt haben. Das deshalb, weil die Vögel bei der Jagd nach dem Kopf zielen, den sie von den Augenflecken getäuscht, dann fälschlich in den Flügeln verorten.

 

Unter den Schwebfliegen kann man im Twedter Feld im Juni eine ganze Reihe verschiedener Arten finden. Leicht zu beobachten ist meist die unten gezeigte Art, die Gemeine Smaragdschwebfliege (Chrysogaster solstitiale). Man findet sie, wenn man im Wald auf den Blüten von Doldenblütlern nach kleinen purpurschwarzen Fliegen mit großen roten Augen schaut. Abgebildet ist ein Weibchen, bei diesen sind die Augen getrennt, während sie bei den Männchem zusammenstoßen. Die Larven dieser Tiere leben im Rohrkolben, der ja auch im Twedter Feld vorkommt.

 

Auch Spinnen bieten im Juni interessante Beobachtungsmöglichkeiten. Man findet einerseits Kokons mit Jungspinnen.

 

 

Andererseits auch Spinnen, die jetzt ihre Balzzeit haben. Dies ist zum Beispiel bei der Listspinne der Fall, die im Twedter Feld nicht selten ist.

 

Man kann also im Juni im Twedter Feld versuchen, das Balzspiel dieser Spinne zu verfolgen, das H. Bellmann in seinem Buch „Spinnen“ (Kosmos Naturführer) als überaus faszinierend bezeichnet. Das Männchen fängt eine Fliege als Brautgabe, „verpackt“ dann mittels Spinnfäden diese paketähnlich und nähert sich der Partnerin. Falls das Weibchen das Paket annimmt vollzieht das Männchen während das Weibchen frisst die Paarung.

 

 

 

Auch auf Pilze zu achten lohnt ab Juni im Twedter Feld zunehmend.

 

Diesen kleinen Schlauchpilz, der Orangerote Schildborstling (Scutellinia umbrorum) findet man auf altem Holz an feuchten Stellen.

Etwa ebenso häufig findet man im Twedter Feld eine sehr ähnliche, nahe verwandte Art den Holz-Schildborstling. Borstling hört sich eigentlich recht garstig an. Der amerikanische Name Wimpernpilz ist für diese hübschen Pilze eigentlich angemessener.

 

 

 

 

 

Das unten abgebildete Schattenblümchen heißt nicht etwa so, weil es so einen dekorativen Schatten werfen kann (wie im Bild versucht zu zeigen), sondern weil es bei uns im Flachland eine Schattenpflanze ist.

Im Hochgebirge wächst es auch als Lichtpflanze.

 

Neben dem Schattenblümchen sieht man im Twedter Feld im Waldteil auch häufig den Siebenstern, die einzige einheimische Art mit meistens 7 Blütenblättern. Hier abgebildet die Blüte und ihr Schatten.

Für das menschliche Auge vielleicht noch reizvoller ist im Juni im Twedter Feld die Blüte der Wasser-Schwertlilie (Iris pseudacorus).

Für viele Insekten hingegen bietet diese Blüte nicht viel, da sie ihren verborgen liegenden Nektar nicht erreichen können. Nur für größere Bestäuber mit langen Rüsseln, besonders Hummeln ist er erreichbar. Die Botaniker sprechen von einer Kraftblume.

 

Copyright Bilder und Text Rainer Niss

Die NABU Gruppe Flensburg betreut die Naturschutzgebiete Holnis und Twedter Feld

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